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Zu Tee bei Emmy Destinn - eine musikalisch-szenische Hommage an die vergessene Primadonna der Schellack-Zeit

Am Sonntag, 11. März präsentiert die Augsburger Sopranistin Iris Marie Kotzian im Sudetendeutschen Haus eine musikalisch-szenische Retrospektive über die große böhmische Sängerin Emmy Destinn (1878‒1930). Ihr zur Seite stehen der Pianist Christoph Weber und der Schauspieler Ernst Matthias Friedrich. Es erklingen u. a. Arien und Lieder aus Werken von Giacomo Puccini, Paul Lincke, Richard Strauss, Bedřich Smetana und Antonín Dvořák.

Zeit und Ort: Sonntag, 11. März, 17 Uhr, Sudetendeutsches Haus
Der Eintritt ist frei!

In Tschechien ziert das Bild der Emmy Destinn den 2.000-Kronen-Schein, in Großbritannien ist ein Internationaler Gesangswettbewerb nach ihr benannt. Sie hat mit Enrico Caruso gesungen und ihr Debüt an der New Yorker Metropolitan Opera unter Arturo Toscanini gegeben, für Richard Strauss war sie die Verkörperung seiner Salome schlechthin, und der Pianist Artur Rubinstein spricht noch 80 Jahre später in einem seiner letzten Interviews von ihrer unvergleichlich beseelten Atemtechnik.

Dabei hat die Destinn nicht nur gesungen, sondern auch gedichtet und komponiert und wurde im Ersten Weltkrieg wegen antihabsburgischer Spionagetätigkeit verhaftet. In Deutschland ist die „Göttliche Emmy“ weitgehend in Vergessenheit geraten: Grund genug, dem schillernden Leben der tschechischen Primadonna nachzuspüren und es ins musikalisch-szenische Rampenlicht zu setzen.

Geboren als Emilie Kittl in der Familie eines wohlhabenden Prager Kulturmäzens, tritt die außergewöhnliche sängerische Begabung der Destinn früh und stürmisch hervor. Ihr Weg führt sie vom Prager Nationaltheater über die Berliner Hofoper und die Londoner Oper an die New Yorker Met, wo sie mit Unterstützung von Chefdirigent Gustav Mahler der „Verkauften Braut“ Bedřich Smetanas zum internationalen Durchbruch verhilft. Während des Ersten Weltkriegs zieht sie sich nach Böhmen in ihr Schlösschen in Stráž (bei Budweis) zurück. In den 1920er Jahren kann sie nicht mehr an ihre früheren Erfolge anknüpfen. Als die Ehe mit einem 20 Jahre jüngeren Luftwaffenoffizier scheitert, sucht die Destinn inneren Frieden in der Natur und beim Angeln. Mit ihrem Tod 1930 verstummt „eine der größten und schönsten Sopranstimmen des Jahrhunderts“ (Richard Strauss). Der Eintritt ist frei, Spenden erbeten!

© Foto: Eva-Maria Feilkas