Česká centra, Czech Centres

Česká centra / Czech centres - logo

Aktuelles

Alle Nachrichten

Gratias Agit 2014: Reiner Kunze

16.6.2014 Am 6. Juni 2014 vergab der tschechische Außenminister Lubomír Zaorálek den Gratias Agit Preis an fünfzehn Organisationen und Personen, die einen wichtigen Beitrag zur Förderung des Ansehens der Tschechischen Republik im Ausland geleistet haben. Unter den Preisträgern ist auch der deutsche Schriftsteller und Übersetzer tschechischer Werke ins Deutsche, Reiner Kunze.

Der Gratias Agit Preis wird seit 1997 jährlich vom tschechischen Außenministerium verliehen und honoriert vorbildliche nichtstaatliche Tätigkeiten zur Förderung des Ansehens der Tschechischen Republik. Preisträger sind im Ausland lebende Tschechen, welche sich um eine positive Wahrnehmung ihres Heimatlandes verdient gemacht haben, aber auch bedeutende ausländische Persönlichkeiten, die sich für freundschaftliche Beziehungen ihres Heimatlandes zur Tschechischen Republik einsetzen. Unter den Preisträgern befinden sich Bohemisten, Übersetzer, Forscher, Unternehmer, Künstler, Musiker, Schriftsteller, Lehrer und Sportler. Auch Nichtregierungsorganisationen, Vereine und andere Projekte können den Gratias Agit Preis erhalten. Preisträger sind unter andrem der Honorarkonsul der Tschechischen Republik in Hamburg Robert Vogel (2002), die Robert Bosch Stiftung (2008), die Förderer der tschechisch-deutschen Verständigung Erich und Brigitte Kraus (2007),  der Historiker und Geschäftsführer des Adalbert Stifter Vereins Peter Becher (2008), die Politikerin Antje Vollmer (2008) sowie der Leiter des Centrum Bavaria Bohemia Hans Eibauer (2010).

Der Schriftsteller und Übersetzer Reiner Kunze, einer der diesjährigen Preisträger, wurde 1933 in Oelsnitz/Erzgeb. geboren. Er studierte Philosophie und Journalismus an der Karl-Marx Universität zu Leipzig, wo er anschließend auch als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig war. Er verließ die Universität aus politischen Gründen, bevor er zum Professor ernennt werden konnte. Er wurde freiberuflicher Schriftsteller und heiratete 1962 Elisabeth Littner, eine Tschechin mit deutschen Wurzeln, die ihn mit vielen tschechischen Künstlern in Verbindung brachte, deren Arbeit er ins Deutsche übersetzte. Kunze war bis 1976 Mitglied des Schriftstellerverbandes der DDR, wurde aber aufgrund seines regimekritischen Werkes „Die wunderbaren Jahre“ ausgeschlossen. Seine Werke spiegelten oft seine Abneigung gegen das Politbüro wider, was Kunze zwang unter verschiedenen Pseudonymen zu veröffentlichen. 1977 wanderte er mit seiner Frau in die Bundesrepublik aus.

Kunze ist Mitglied vieler Vereine und Organisationen, wie zum Beispiel der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung oder des P.E.N. Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland.

Aufgrund seiner Verdienste um die tschechische Literatur durch seine Übersetzungen ins Deutsche wurde Reiner Kunze 2014 mit dem Gratias Agit Preis geehrt. Bis heute übersetzte er um die 50 Werke tschechischer Schriftsteller, darunter Jaroslav Seifert, Jan Skácel, Milena Fucimanová, Marie Skálová und Petr Hruška. Für Kunze ist es nicht die erste Anerkennung, die er für seine Übersetzungen erhält: Bereits 1968 bekam er dafür den Preis des tschechoslowakischen Schriftstellerverbandes.

© www.mzv.cz