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Pressemitteilungen

Gadschi, Roma, Sinti, Manouches...

23.03.2011 - Am 31.03.2011 wird um 19.30 in der Galerie der Künstlervereinigung Dachau (KVD) die Kunstausstellung "Gadschi, Roma, Sinti, Manouches,..." eröffnet.

Zur Kunstausstellung Gadschi*, Roma, Sinti, Manouches,... in der Galerie der KVD, Dachau: Vernissage 31.03. 2011 um 19.30, Finissage 17.04.2011 ab 18.00 Uhr und dem Foto- und Filmabend im MAXIM Kino, München 01.04.2011 um 20.00 Uhr

Kuratiert von Alfred Ullrich geboren am 8. Juli 1948 in Schwabmünchen, Bayern als Sohn einer Wiener Sintizza und eines Sudetendeutschen: Die ersten Kindheitsjahre und Schuljahre verbrachte ich mit meinen Geschwistern und unserer Mutter noch an der nördlichen Wiener Peripherie, einem, seit Generationen von Sinti bewohntem Gebiet in einen „Plachenwagen". Seit 30 Jahren lebe ich nun im Landkreis Dachau und habe an verschiedensten Ausstellungen und Aktivitäten der Künstlervereinigung Dachau und der Gruppe D mitgewirkt, außerdem beschäftige ich mich seit dem Jahre 2000 verstärkt auf künstlerischer Ebene mit meiner Herkunft; unter anderem mit der Aktion „Pearls before Swine" in Lety (CZ) und mit der Ausstellung "TRANSIDENTITIES" in der Neuen Galerie Dachau, 2006.

Ich habe überwiegend zeitgenössische Künstler aus dem europäischen Kulturraum eingeladen zu dem Thema "Positionen zwischen Ausgrenzung und Akzeptanz" zu arbeiten. Außer Wolfram Kastner (München) haben alle KünstlerInnen einen Romahintergrund.

Drei der teilnehmenden Künstler (Tanja Magy, Nihad Nino Pušia und Alfred Ullrich nehmen heuer auch am 2nd Roma Pavilion im Rahmen der Biennale in Venedig in einem UNESCO-Gebäude und in der basis vor actuele kunst, Utrecht teil.

Andreas Kreutzkam und ich haben während der Ausstellungsvorbereitung einige erläuternde Schriften zusammengetragen, die in der Ausstellung aufliegen werden (siehe Anlage).

Nun möchte ich noch einige persönliche Bemerkungen machen:
Durch die Teilnahme von KünstlerInnen aus verschiedensten europäischen Ländern wird es möglich, unterschiedliche Sichtweisen auf die europäische Romafrage kennen zu lernen. Wolfram Kastner bietet einen Sichtwinkel als „Nicht Roma" Künstler.

Unter anderem will ich wie schon in meiner Ausstellung 2006 in der NEUEN GALERIE den Blick noch einmal auf den sogenannten „Landfahrerplatz" richten: Laut Auskunft vom Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Bayern e.V. wurde der Begriff ,,Land-fahrer" häufig als Synonym für die diskriminierende Fremdbezeichnung „Zigeuner" verwendet und ist durch seinen Gebrauch in der NS-Zeit stark vorbelastet. Er bezog sich auf Sinti und Roma sowie auf Jenische .Wir lehnen diese Begriffe als diskriminierend ab. In der Ausstellung werden auszugsweise Kopien von Dokumenten über den „Landfahrerplatz" aus dem Stadtarchiv Dachau aufgelegt. Das Thema werde ich auch im Rahmen einer Romaveranstaltung im Mai im Presseraum des Österreichischen Parlaments in einer Video-Installation aufzeigen.

Emailadressen und Websites der teilnehmenden Künstler hier:

Weitere Infos hier: