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Pressemitteilungen

Was gut ist für Afghanistan?

11.01.2011 - Wie sich Deutsche und Tschechen engagieren. Filip Moravec (PRT Logar) und Rudolf Jaerschky (Empor e.V.) diskutieren über Sinn und Zweck der tschechischen und deutschen Afghanistanhilfe.

Diskussion: 18. Januar 2011 / 19.00 Uhr

Tschechisches Zentrum München,  Prinzregentenstr. 7

Im Rahmen der NATO-Mission kämpfen Tschechen und Deutsche gemeinsam im fernen Afghanistan. Doch schicken sie nicht nur Soldaten an den Hindukusch. Zivile Wiederaufbauteams und Hilfsorganisationen beider Länder leisten dort Entwicklungsarbeit. Anlässlich der Finissage des tschechischen Fotoreporters Jan Šibík im Tschechischen Zentrum stellen Filip Moravec vom tschechischen regionalen Wiederaufbauteam PRT Logar (Provincial Reconstruction Team) und Rudolf Jaerschky vom bayerischen Verein Empor ihre Arbeit vor und diskutieren über Sinn und Zweck der Afghanistanhilfe. Die Moderation hat Jamila Adobhani vom Bayerischen Rundfunk.

Der Verein Empor e.V. wurde 2005 auf Initiative des Afghanen Wali Nawabi gegründet. Der ausgebildete Orthopäde gründete 2003 in Kabul eine orthopädische Werkstatt. Nach mehr als 20 Jahren Krieg sind viele Menschen auf orthopädische Hilfe angewiesen, um wieder am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Mit Unterstützung des Sozialreferats der Stadt München, von Handicap International und der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit betreibt Empor e.V. zwei Werkstätten in Afghanistan, bildet Frauen im Bereich Orthopädietechnik aus, versorgt zahlreiche Minenopfer und Kriegsverletzte und organisiert jährlich Spendentransporte von Deutschland nach Afghanistan.

PRT Logar  ist ein 10-köpfiges ziviles Expertenteam des tschechischen Außen- und Verteidigungsministeriums, das im Rahmen der NATO-Mission den zivilen Wiederaufbau in der Region Logar unterstützt. Sie bilden z.B. Mitarbeiter lokaler Regierungen sowie Sicherheitskräfte aus, initiieren Verbesserungen im Schul- und Gesundheitssystem, unterstützen die Regionalwirtschaft, treten aber auch für Frauenrechte und unabhängige Medien ein. Obwohl das Team klein ist, leistet es viel, so der Leiter Matyáš Zrno: „Wir haben ein sehr gutes Team mit Bauingenieuren, Wasseringenieuren, Spezialisten für Landwirtschaft usw. Darum können wir die Projekte auch besser ausarbeiten, unterstützen und kontrollieren.“

Angesichts der riesigen Probleme dieses Landes, sei das Engagement von Empor e.V. und von PRT Logar nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, mögen Kritiker einwenden. Zrno bilanziert dennoch positiv: „Wann immer wir unsere Schule, unsere Brücke, unseren Bewässerungskanal sehen, wenn wir sehen, dass an dem Ort, wo sich vorher 500 Kinder draußen drängten, diese Kinder jetzt in normalen Unterrichtsräumen lernen. Dann sehen wir, dass wir Spuren hinterlassen haben.“