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Neues aus der Kulturhauptstadt Pilsen Nr. 8

22.1.2015 Die Ausstellung München – leuchtende Kunstmetropole (1870–1918) der Westböhmischen Galerie in Pilsen widmet sich als erste Veranstaltung im Rahmen des Projekts Pilsen 2015 – Kulturhauptstadt Europas einem deutsch-tschechischen Thema. Im Mittelpunkt stehen die intensiven künstlerischen Kontakte zwischen Bayern und den böhmischen Länder an der Wende des 19. Und 20. Jahrhunderts. Gezeigt werden sowohl Werke böhmischer und mährischer Maler, u. a. Jakub Schikaneder und Joža Uprka, die in München studiert haben, als bisher wenig bekannte Gemälde deutscher Künstler wie Franz von Stuck oder Lovis Corinth.

München entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer der führenden europäischen Kunstmetropolen. Die Malerei der Münchner Schule wurde zu einem international anerkannten und geschätzten Phänomen. Nach München kamen junge Künstler aus der ganzen Welt: Eine der zahlenmüßig stärksten und wichtigsten Gruppierungen in München bildeten die Künstler aus Böhmen und Mähren. Sie erhielten hier ihre Ausbildung, entweder an der Kunstakademie oder an privaten Kunstschulen. Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs war München für sie außerordentlich wichtig und anziehend.

Die tschechischen Künstler beteiligten sich intensiv an der Dynamik der Kunstmetropole: dem Vereins- und Ausstellungsleben, dem Kunstmarkt, den Publikationsplattformen, künstlerischen Konzepten und Programmen. Die zeitgleiche Rezeption der Münchner Kunst in Böhmen und Mähren hatte unterschiedliche Ausprägungen, von der Schulung der jungen Künstler bis hin zur Zusammenarbeit zwischen dem Münchner und dem Prager Kunstverein. Auch aus diesem Grund waren Künstler beider Seiten auf den regemäßig stattfindenden Jahresausstellungen vertreten.

Dieser spannende künstlerische Austausch wurde bislang nicht ausreichend beachtet: Genau an diesem Punkt setzt die Ausstellung München – leuchtende Kunstmetropole (eine Bezeichnung aus der Novelle Gladius Dei von Thomas Mann) an. Sie thematisiert sowohl das Phänomen der „Stadt der Künstler“ als auch die drei Hauptperioden der Münchner Kunst – die Münchner Schule der religiösen Malerei und der Historienmalerei, den Jugendstil und die Vereinigung Münchner Secession sowie die avantgardistischen Tendenzen bis hin zu der Künstlergruppe Der Blaue Reiter. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt dabei auf der Malerei, die in München eine herausragende Position einnahm, des Weiteren auf der Bildhauerei, Zeichnung und angewandten Grafik.

Die Ausstellung umfasst mehr als 100 Exponate von 45 Künstlern (Bilder, Zeichnungen, Druckgrafiken und plastische Arbeiten), darunter auch einige Werke namhafter deutscher Künstler aus den tschechischen Sammlungen, die in Deutschland (aber auch in Tschechien) wenig bekannt sind. Es handelt sich unter anderem um das Bild Im Atelier, eines der Hauptwerke von Wilhelm Leibl; Porträt einer jungen Dame und  Familie des späteren Königs Ludwig III. von Franz von Lenbach; das bis 2014 verschollene Bild Hl. Ludmila von  Gabriel von Max; das einst sehr beliebte Gemälde Faun und Nymphe (Neckerei) von Franz von Stuck; das Selbstporträt mit Gas von Lovis Corinth sowie das Bild Ein Blumentag von Thoms Theodor Heine, das bis vor kurzem als verschwunden galt.

Außerdem sind in der Ausstellung vertreten: Carl Theodor von Piloty, Richard Riemerschmid, Mitglieder der Gruppe Der Blau Reiter Wassily Kadinsky, Alexej von Jawlensky, Paul Klee, Marianne von Werefkin, Gabriele Münter, Alfred Kubin -, sowie Künstler, die aus den böhmischen Ländern nach München kamen, wie Václav Brožík, Emanuel Krescenc Liška, Luděk Marold, Joža Uprka, Hugo Steiner-Prag, Georg Kar sund viele weitere.

 

Eröffnung:  27.1.2015 um 17.00 Uhr

Ausstellungsdauer: 28.1.2015–6.4.2015 Di-So 10.00–18.00 Uhr

Ort: Westböhmische Galerie in Pilsen / Západočeská galerie v Plzni, Ausstellungsraum „Masné krámy“, Pražská 18, Pilsen

Mehr Info: www.zpc-galerie.cz/de

 

© Wassily Kandinsky, Plakat Phalanx – 1. Ausstellung, 1901   

Litographie, 498 x 668 mm, Privatsammlung, Paris