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Programm

25.08.2014 - 26.09.2014

Das schicksalhafte Jahr 1968

1968 war ein schicksalhaftes Jahr für die Tschechoslowakei, ja für ganz Europa. Die Niederschlagung des Prager Frühlings war das Ende einer Illusion – und der Anfang vom Ende des Kommunismus. Auf Fotografien von Jiří Všetečka, Libuše Kyndrová, Vladimír Lammer u. a. sind die dramatischen Ereignisse des 21. Augusts 1968 eingefangen.

Die zentralistische Führung der stalinistischen Ära führte im Sowjetblock zu einer tiefgreifenden Sozial- und Wirtschaftskrise im „Ostblock“. Der Ruf nach Reformen wurde lauter. Auch in der Tschechoslowakei setzte das politische „Tauwetter“ in den 1960er Jahren ein. Die junge Nachkriegsgeneration setzte neue Impulse in Kultur und Gesellschaft und verlangte  Änderungen im etablierten politischen System. 1968 wurde Alexander Dubček Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei. Er wird bis heute mit dem Begriff „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ assoziiert. Seine gesellschaftlichen und politischen Reformanstrengungen, später bekannt als „Prager Frühling“, wurden in der Sowjetunion jedoch nicht gut aufgenommen. Am 21. August 1968 marschierten daher die Truppen des Warschauer Pakts in die Tschechoslowakei ein, setzten die Reformpolitiker ab und erzwangen die sog. „Normalisierung“ des Landes.

Die Ausstellung zeigt fünfzehn Bilder von bekannten tschechischen Dokumentarfotografen, welche die Ereignisse und die Stimmung zu Beginn der sowjetischen Besetzung in ihren Bildern festgehalten haben. Zu sehen ist die Ankunft sowjetischer Panzer in Prag, demonstrierende Bürgers mit tschechoslowakischen Flaggen und Bildern von Alexander Dubček, oder die dramatische Situation vor dem Gebäude des Tschechoslowakischen Rundfunks. Die Fotografien sind Teil der Ausstellung „Tschechische schicksalhafte Jahre“.

Der Historiker Pavel Bělina beschreibt das Jahr 1968 im Einleitungstext der tschechischen Ausstellung wie folgt:

„Nach dem Tod des sowjetischen Diktators J. V. Stalin und seines tschechoslowakischen Kollaborateurs Klement Gottwald im Jahre 1953 schien es, dass der sowjetische Block (mit verschiedenen Abweichungen) die Richtung einer sichtlichen „Erwärmung“ der politischen Beziehungen einschlug. In der Tschechoslowakei begann Anfang des Jahres 1968 ein sog. Erneuerungsprozess, der auf der völlig irrtümlichen Annahme beruhte, das sich auf brutale Methoden stützende Regime lasse sich mithilfe moderater Reformen demokratisieren und humanisieren. In weiterer Folge würden diese wahrscheinlich zum Verlust des Machtmonopols der Kommunistischen Partei, der Wiederherstellung der politischen Souveränität der Tschechoslowakei und in letzter Konsequenz zum Zerfall des sowjetischen Blockes führen. In der Nacht vom 20. auf den 21. August 1968 marschierten die Streitkräfte der Sowjetunion, Polens, Ungarns, Bulgariens und der DDR in die Tschechoslowakei ein, um dem „Erneuerungsprozess“ ein Ende zu bereiten. Es begann das Gegenteil – die sog. Normalisierung. .“

Die demokratische Welt verurteilte zwar die Invasion durch die Truppen des Warschauer Pakts in der Tschechoslowakei eindeutig, ihre Überraschung und Furcht vor möglichen Folgen eines Eingreifens war jedoch zu groß, daher blieb es bei aufrichtigen, aber wirkungslosen Solidaritätsbekundungen.

© Foto 1: Vladimír Lammer
© Foto 2: Bohumil Dobrovolský

 

Veranstaltungsort:

Prinzregentenstr. 7
805 38 München
Deutschland

Datum:

Von: 25.08.2014
Bis: 26.09.2014

Veranstalter:

Tschechisches Zentrum


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