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Programm

23.10.2014 18:00 - 30.11.2014

Stimmen der Freiheit - Radio Free Europe im Kalten Krieg

Eine Ausstellung über die Geschichte des amerikanischen Senders Radio Free Europe, der bis 1994 von München aus hinter den Eisernen Vorhang sendete. Gezeigt werden zudem Interviews mit ehemaligen Mitarbeitern des Radiosenders. Mit Podiumsdiskussion.

Über vier Jahrzehnte sendete Radio Free Europe von München in die Länder jenseits des Eisernen Vorhangs. Die RFE-Sendungen berichteten unzensiert über die politische, wirtschaftliche, kulturelle und soziale Situation dies- und jenseits des Eisernen Vorhangs. Die Ausstellung präsentiert den amerikanischen Radiosender – von den Anfängen in den USA und dem Sendebeginn in München 1951 bis zum Umzug nach Prag 1994.

In der Geschichte des Senders spiegeln sich die wichtigsten Ereignisse des Kalten Krieges wider – der Ungarnaufstand 1956 und die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ebenso wie die Samtene Revolution 1989 in der Tschechoslowakei. Es war ein ungleiches Kräftemessen: Die Regierungen der Ostblockstaaten kämpften mit Störwellen und Attentaten gegen Radio Free Europe, das wiederum schickte das „freie Wort“ mithilfe von Radiowellen über die Grenze. Die „Stimme der Freiheit“ sprach viele Sprachen: Emigranten aus der Tschechoslowakei, aus Polen, Bulgarien, Rumänien und Ungarn machten in München Radio für ihre Landsleute. Die Ausstellung stellt die einzelnen nationalen Redaktionen ebenso wie ausgewählte historische Ereignisse und Persönlichkeiten, die für sie prägend waren, vor.

Die Studenten des Elitestudiengangs Osteuropastudien haben darüber hinaus Zeitzeugeninterviews mit ehemaligen Radiomitarbeitern geführt, die im Rahmen der Ausstellung auf Video präsentiert werden.

Daran schließt sich die Diskussionsrunde "bb-talk" zum Thema "Radio Free Europe im Kalten Krieg" an. Podiumsgäste aus Deutschland und Tschechien, darunter ehemalige Redakteure, beleuchten die Arbeit beim Radio aus einer näheren Perspektive und schildern eigene Erlebnisse und Erfahrungen.

Martin Bachstein: 1937 in Deutschland geboren und in der Nähe von New York aufgewachsen, war fast 30 Jahre lang in verschiedenen leitenden Positionen bei Radio Free Europe tätig, zeitweise auch als stellvertretender Direktor. Zu seinen Aufgaben gehörte die Überprüfung der allgemeinen Qualität der Sendungen in damals mehr als 20 Sprachen sowie die Einhaltung der politischen Richtlinien der einzelnen Sendeabteilungen.

Ludmila Rakušanová, die heute in Niederbayern lebt, war Redakteurin der tschechoslowakischen Redaktion „Rádio Svobodná Evropa“. Sie arbeitete mit namhaften Persönlichkeiten aus dem kulturellen und politischen Leben zusammen, die in ihrer Tätigkeit eine Berufung sahen, sich aber der Gefahr der Vergeltung durch die Staatssicherheit aussetzten.

PhDr. Prokop Tomek ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Referats für Geschichtsdokumentation des Militärhistorischen Instituts in Prag (VHÚ). 2012 schloss er sein Dissertation an der Karls-Universität Prag mit einer Arbeit zur „Geschichte der tschechoslowakischen Redaktion des Radios Freies Europa und seine Bedeutung für die tschechische Geschichte“ ab. Er war u.a. als Leiter der Dokumentationsabteilung des Amtes für Dokumentation und Untersuchung der Verbrechen des Kommunismus der tschechischen Polizei und als Leiter der Dokumentationsabteilung des tschechischen Innenministeriums tätig.

Anlässlich des Jubiläums "25 jahre Fall des Eisernen Vorhangs" eröffnet das CBB noch eine weitere Ausstellung: "Zurück nach Europa - Als der Eiserne Vorhang brach".

Eintritt: frei

Veranstalter:
Centrum Bavaria Bohemia, Tschechisches Zentrum München, Institut zur Erforschung totalitärer Regime Prag, Elitestudiengang „Osteuropastudien“ der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universität Regensburg

Veranstaltungsort:
Centrum Bavaria Bohemia, Freyung 1, 92539 Schönsee
Datum:

Von: 23.10.2014 18:00
Bis: 30.11.2014

Veranstalter:

Das Tschechische Zentrum ist Mitveranstalter


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