Česká centra, Czech Centres

Česká centra / Czech centres - logo

Programm

10.11.2013 18:30

Vergessene Transporte nach Estland und Polen

Lukáš Přibyls Filme erzählen von Lagern und Ghettos in Lettland, Weißrussland, Estland und Polen, die aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden sind. Basierend auf 400 Stunden Interviewmaterial, aufgenommen in zwanzig Ländern und auf fünf Kontinenten dokumentiert er unterschiedliche Formen des Überlebens an Orten des Grauens. Die so entstandenen Dokumentarfilme sind ein einzigartiges Zeitdokument.

Deutsche Premiere

Maly Trostinec, Jägala, Kalevi Liiva, Ereda, Lagedi, Salaspils, Kaiserwald, Zamosc, Sawin… Orte, die aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden und teils auf keiner Landkarte mehr verzeichnet sind. Es sind Orte des namenlosen Grauens des Holocaust, Ghettos und Konzentrationslager, in denen aber tau­sende europäische Juden ums Leben kamen. Allein von den 40.000 tschechischen Juden, welche in die in den Filmen gezeigten Lager deportiert worden sind, überlebten nur etwa 270. In jahrelanger Recherche gelang es dem Autor, jeden Überlebenden ausfindig zu machen und jede der erzählten Begebenheiten mit einer zeitgenössischen Film- oder Foto­aufnahme zu belegen. Dadurch werden die Filme zu einer „der genauesten und inte­ressantesten Dokumentationen über den Holocaust, die ich je gesehen habe“, so Peter Black, Historiker am U.S. Holocaust Memorial Museum. Přibyls Filme reprodu­zieren weder Klischees über den Holocaust, noch wollen sie die Brutalität und das Grauen des Dritten Reichs in den Vordergrund stellen. Es gibt hier keine Naziaufmärsche, keine Hitlerreden, keine Leichenberge oder ausgemergelten Häftlinge in Ausschwitz zu sehen. Die Berichte der Zeitzeugen ste­hen für sich und bedürfen keiner Erklärung. Sie handeln nicht vom Tod, sondern vom Überleben unter Extrembedingungen.

Die vier Filme „Vergessene Transporte” liefen erfolgreich auf den wichtigen internationalen Filmfestivals. In Deutschland wurde die Tetralogie jedoch noch nie komplett gezeigt. Alle Filme sind mit deutschen Untertiteln versehen.

Zum Trailer von „Vergessene Transporte nach Polen"   

Lukáš Přibyl wurde 1973 in Ostrava (Ostrau) geboren. Er studierte Politik und Stu­dien des Nahen Ostens an der Brandeis Universität und an der Hebräischen Universi­tät in Jerusalem, Religion und Menschenrechte an der Columbia Universität in New York, Geschichte an der Central European University in Budapest und Jüdische Reli­gion und Philosophie in Schweden. Er betreute politikwissenschaftliche Projekte und veröffentlichte Publikationen im Bereich Jüdische Geschichte, kuratierte Ausstellun­gen im Jüdischen Museum in Prag und war erster Direktor des Europäischen Shoah-Vermächtnis-Instituts. Die Filmreihe „Vergessene Transporte“ waren seine ersten Filme, an denen er zehn Jahre lang arbeitete. Seit Beginn 2013 leitet er das Tschechi­sche Zentrum in Tel Aviv.

10.11. / 16.30 Uhr
Neue methodische Zugänge zur Rezeption des Holocaust
Podiumsdiskussion mit Lukáš Přibyl und Hanno Loewy. Moderation: Andrea Löw (Institut für Zeitgeschichte München)
Eintritt frei.

10.11. / 18.30 Uhr
Vergessene Transporte nach Estland
CZ 2008, 86 min, OmU
Ein Film über eine Gruppe junger Frauen und Mädchen. Dank ihrer jugendlichen Naivität, ihrer bedingungslosen Freundschaft und ihres Optimismus gelang es ihnen, das sie umgebende Grauen nicht an sich heranzulassen.

Vergessene Transporte nach Polen
CZ 2009, 90 min, OmU
Der Film porträtiert die Psyche von Menschen, die ständig auf der Flucht sind. Es ist ein Film über die menschliche Identität und ihre Wandlungen.

Eintritt 4 Euro.

 

FORGOTTEN TRANSPORTS

Veranstalter:

Filmmuseum München, Literaturhandlung, Münchner Volkshochschule, Tschechisches Zentrum München 

Veranstaltungsort:

Filmmuseum, St.-Jakobsplatz 1, München

Datum:

10.11.2013 18:30

Veranstalter:

Das Tschechische Zentrum ist Mitveranstalter


Veranstaltungserinnerung
Eine Erinnerung ist nicht möglich, da die Veranstaltung bereits begonnen hat.