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Programm

06.05.2014 18:00 - 30.05.2014

Die Grafiken Oldřich Hameras durch die Augen Bohumil Hrabals

Der Grafiker Oldřich Hamera gehörte zu dem engen Bekanntenkreis des Schriftstellers Bohumil Hrabal. Erstmals werden nun einer breiten Öffentlichkeit in Deutschland Grafiken Hameras aus den 1970er Jahren gezeigt, die Hrabal persönlich ausgewählt und die in der Tschechoslowakei nicht offiziell ausgestellt werden konnten.

Im Rahmen der Reihe „Hrabal inspirierend und inspiriert“.

Anlässlich der Vernissage findet ein Gespräch zwischen der Ausstellungskuratorin und Kunsthistorikerin Eva Čapková und Oldřich Hamera statt.
Außerdem erinnert der bekannte Münchner Galerist Walter Storms an Bohumil Hrabal und präsentiert Grafiken von Hamera aus seiner persönlichen Sammlung.

Als Oldřich Hamera im Jahr 1975 seine halboffizielle Ausstellung für das Geologische Institut im Sternberg-Palais Prag vorbereitete, war es sein Freund Bohumil Hrabal, der aus den Monotypen diejenigen auswählte, die ihn am meisten ansprachen. Dazu verfasste er den Text „Ehre Barrandov“ (Pocta Barrandovi), mit welchem die Ausstellung eröffnet wurde. Trotz des halboffiziellen Charakters kamen über 300 Menschen zur Vernissage. Während der gesamten Ausstellungsdauer konnte die Ausstellung nur unter Vorlage des Personalausweises und nach Registrierung besucht werden. In der Tagespresse fand das Ereignis kaum Erwähnung.

Zum 100. Geburtstag von Bohumil Hrabal und zum 90. Geburtstag von Vladimír Boudník zeigt das Tschechische Zentrum München Grafiken von Oldřich Hamera, die in den 1970er Jahren nicht offiziell ausgestellt werden konnten und die daher erst heute in das Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit rücken können. Gezeigt werden die Grafiken aus der Ausstellung im Geologischen Institut  von 1975, die Hrabal selbst auswählte – die Grafiken von Oldřich Hamera durch die Augen Hrabals. Indem Hrabal eben diese Kunst und diesen Künstler auswählte, welcher ihm künstlerisch, persönlich, ästhetisch und thematisch nahe stand, trifft Hrabal auch eine Aussage über sich selbst.

„In Hameras Monotypen lassen sich die Feuchtigkeit der Höhle, in welcher der Grottenolm wohnt, die Kämpfe der Mikroben und des Schimmels, der Geruch zusammengepresster Fauna und Flora der Bergmannsschächte, wo es von der Wand tropft und in der Ecke verhedderte Drahte und Kabel glänzen, erspüren. Jedoch in fast jedem von Hameras Monotypen ist ein Trilobit, dieser schöne Gruß aus dem Erdaltertum, ein Abdruck, welcher dem menschlichen Skelett ähnelt, einer zerdrückten Grubenlampe, dem Schnüren eines Husarenmantels, ein Trilobit als Hameras Signatur und Erkennungszeichen, welches im Bogen die Barrandov-Felsen umging und von dort zu Hamera und durch seine Hand in die Grafik kam.“
Bohumil Hrabal: „Ehre Barrandov“ (Pocta Barrandovi)

Oldřich Hamera wurde am 3.3.1044 in Úvalech bei Prag geboren. Im Jahre 1964 begann er als Maschinenschlosser in der Mittelböhmischen Maschinenfabrik zu arbeiten, wo er den tschechischen Maler und Grafiker Vladimír Boudník kennenlernte. Boudník machte Hamera mit seiner künstlerischen Methode, dem Explosionalismus, und mit seinen eigenen grafischen Techniken, die er in den 1950er und 60er Jahren entwickelt hatte, bekannt. Hamera übernahm das, was ihn am meisten faszinierte, und das war vor allem die Welt der Mineralogie, Geologie und Paläontologie. Boudník brachte Hamera auch zu Hrabal, den er seit dem Jahr 1950 aus dem Hüttenwerk in Kladno kannte. Hrabal wiederum führte Hamera in die Gesellschaft inoffizieller Künstler der 60er Jahre ein, machte ihn beispielsweise mit Künstlern wie Jiří Kolář bekannt. Neben seinen grafischen Arbeiten widmete sich Hamera auch der angewandten Kunst. Er ist Autor einiger Grafiken im Jan Hus-Haus in Konstanz. Als Restaurator beteiligte er sich an der Erneuerung einiger bekannter Denkmäler in Tschechien. Seine Grafiken sind in der Nationalgalerie in Prag, in den Prager Gaswerken, im Museum in Nymburk, im Pratt Graphics Center New York und weiteren Orten zu sehen. Er stellt in Tschechien wie auch im Ausland aus.

Text: Eva Čapková

 

Eintritt: frei

 

Weitere Termine der Reihe "Hrabal inspirierend und inspiriert":

7.5./ 19.00 Uhr Schneeglöckchenfeste

27.5./ 19:00 Uhr Hrabal durch die Augen des Übersetzers

 

 

Veranstalter:

Tschechisches Zentrum München


© Grafik: Oldřich Hamera und Bohumíl Hrabal / Foto: Ladislav Michálek

Veranstaltungsort:

Prinzregentenstr. 7
805 38 München
Deutschland

Datum:

Von: 06.05.2014 18:00
Bis: 30.05.2014

Veranstalter:

Tschechisches Zentrum


Veranstaltungserinnerung
Eine Erinnerung ist nicht möglich, da die Veranstaltung bereits begonnen hat.