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Programm

25.06.2014 19:00

Der Dichter und Münchner Karel Kryl

Karel Kryl war der berühmteste tschechische Liedermacher des 20. Jahrhunderts. Seine Ehefrau Marlen und der Herausgeber Jan Šulc stellen nun das vor kurzem erschienene Album von Kryls unvergesslichem Konzert in München 1982 sowie Karel Kryl als herausragenden Dichter vor. Ein musikalisch-poetischer Abend.

Karel Kryl – die tschechische Liedermacher-Legende. Dieses Jahr steht im Zeichen zweier runder Jubiläen: Kryls 70. Geburtstag, den er nicht mehr erlebte, und 20 vergangene Jahren seit seinem frühen Tod.

Das Archiv Karel Kryls hat vor kurzem bis dato unveröffentlichte Tonaufnahmen herausgegeben, neben tschechischen Liedern befinden sich darunter auch auf Deutsch und Polnisch gesungene Lieder. Das Münchner Konzert aus dem Jahr 1982, das der Solidarität gewidmet war, ist ein Querschnitt von Kryls Repertoire aus den 60er und 70er Jahren, ergänzt um neue Lieder von Beginn der 80er Jahre.

Marlen Krylová, die Ehefrau Karel Kryls, stellt zusammen mit Jan Šulc das neu erschienene Album „Solidarita“ vor.

Jan Šulc (geb. 1965) ist der Redakteur und Herausgeber tschechischer Literatur sowie Preisträger der Auszeichnung „Karel Čapek“ für das Jahr 2014. Er studierte Englisch und Portugiesisch und arbeitete in einem der Prager Antiquariate sowie zwischen 1990 und 1993 im Verlag Odeon. Aktuell ist sein Name eng mit dem Verlag Torst verbunden, der vor allem auf die Veröffentlichung von Memoiren, Belletristik und Fachliteratur spezialisiert ist.

Karel Kryl wurde oft auch der Dichter mit Gitarre genannt. Er gehörte zu den bedeutendsten tschechischen Vertretern der Protestsong-Generation in den Jahren 1968 bis 1989. Seine selbstkomponierten Lieder waren nicht nur kurze, schlagkräftige Pamphlete sondern auch poetische, melancholische Musikstücke. Sein erstes mit der Band The Bluesmen aufgenommenes Stück war „Nevidomá dívka“ (Blindes Mädchen) (1968). Seine erste eigene Langspielplatte erschien ein halbes Jahr nach der Invasion der Armeen des Warschauer Paktes in der Tschechoslowakei. Das Titellied, mit dem er auf Anhieb berühmt wurde, „Bratříčku, zavírej vrátka“ (Brüderchen, schließ die Türchen) entstand spontan in der Nacht nach dem Einmarsch.

1969 emigrierte Kryl nach München. Alle seine späteren Werke erscheinen im Exil. Er arbeitet zunächst als freier Redakteur für den Sender Radio Free Europe, wird dann 1983 dort fest angestellt. Nach der samtenen Revolution kehrt er im November 1989 für eine kurze Zeit in seine Heimat zurück.

Kryl erhielt 1994 für seinen Beitrag „der Entfaltung der geistlichen und moralischen Unterstützung der Nation“ in memoriam die silberne Gedenkmedaille der Karls-Universität. 1995 wurde er mit dem František Kriegel-Preis, dem tschechischen Grammy Síň slávy und durch den Präsidenten Václav Havel mit der Verdienstmedaille des II. Grades geehrt.

Eintritt: frei

Veranstalter:

Tschechisches Zentrum München, Ackermann-Gemeinde

© denik.cz; dk-kromeriz.cz

Veranstaltungsort:

Prinzregentenstr. 7
805 38 München
Deutschland

Datum:

25.06.2014 19:00

Veranstalter:

Das Tschechische Zentrum ist Mitveranstalter


Veranstaltungserinnerung
Eine Erinnerung ist nicht möglich, da die Veranstaltung bereits begonnen hat.