Česká centra, Czech Centres

Česká centra / Czech centres - logo

Programm

03.07.2014 18:00 - 30.09.2014

1989 - 2014. 25 Jahre Wandel im östlichen Europa

Die Fotografieausstellung dokumentiert den Wandel in den Visegrád-Staaten Tschechien, Slowakei, Ungarn und Polen sowie in Rumänien. Unter anderem mit Fotos von Dana Kyndrová, Karel Cudlín, Jiří Všetečka und Jan Šibík.

1989 war ein schicksalhaftes Jahr für Europa. In den Staaten der ehemaligen Sowjetunion sowie des Warschauer Pakts erhob sich die Bevölkerung, um die Fesseln des Kommunismus abzuschütteln – manche demonstrierten friedlich auf der Straße, anderswo wurde mit den alten Machthabern am Runden Tisch verhandelt und wiederum andere zahlten einen hohen Blutzoll für den Sturz des Regimes.

Der tschechische Teil der Ausstellung zeigt fünfzehn Bilder der bekanntesten tschechischen Dokumentarfotografen, die allesamt im Oktober und November 1989 auf den Straßen Prags aufgenommen worden sind. Zu sehen sind demonstrierende Studenten ebenso wie der Einsatz der Staatsgewalt gegen die Demonstranten, feiernde Menschen ebenso wie der frisch ernannte neue Staatspräsident Václav Havel. Die Fotografien sind Teil der Ausstellung Tschechische schicksalhafte Jahre.

Der Historiker Pavel Bělina beschreibt das Jahr 1989 im Einleitungstext der tschechischen Ausstellung wie folgt:

In den Jahren 1987-1989 übertrug sich der immer weniger verdeckte Widerstand gegen das „Normalisierungs-Regime“ auf die Straße und wuchs sich zu nicht genehmigten und oftmals brutal aufgelösten Demonstrationen aus. Die Regimegegner schöpften ihre wachsende geistige Kraft aus der politischen Entwicklung in der Sowjetunion, wo sich die sogenannte Perestroika entfaltete, in Polen, wo es nicht gelang, die katholische Kirche und insbesondere die Solidarność-Bewegung zum Schweigen zu bringen, und in anderen Ländern des Sowjet-Blocks. Es kam erneut zu einem Paradoxon – nicht unüblich in der Geschichte des tschechischen Volkes. Das Land, das im Jahr 1968 mit seinen Reformbemühungen im Rahmen des sowjetischen Blocks praktisch alleine dastand, schloss sich den endgültigen Bemühungen der inneren Opposition gegen das kommunistische Regime als eines der letzten an. Dabei handelte es sich jedoch nicht mehr um eine Reform der damaligen Regime, sondern um ihren generellen Sturz – wie zu hoffen ist zumindest im europäischen Maßstab.

Die Menschen des sog. „Ostblocks“ kämpften für Freiheit, Demokratie, Marktwirtschaft, Wohlstand, Reisefreiheit oder individuelle Bürgerrechte. Der Umsturz der alten Regime war vergleichsweise einfach zu dem, was folgte: Ein langer, teils holpriger Weg auf dem Weg zu einer freien, demokratischen Gesellschaft. Während des Sozialismus unter Verschluss gehaltene nationale Spannungen traten an die Oberfläche; der Umbau der maroden Staatswirtschaft in eine konkurrenzfähige Marktwirtschaft war und ist mit vielen Entbehrungen verbunden; der Aufbau funktionierender demokratischer Strukturen und einer starken Zivilgesellschaft ist in Ländern mit totalitärer Prägung und tief sitzendem Misstrauen eine Herausforderung.

Und dennoch: Auch wenn 25 Jahre danach nicht allen nach „Feiern“ zumute ist, so haben doch all diese Länder vieles von dem erreicht, was 1989 noch undenkbar gewesen wäre. Meilensteine waren sicherlich der Beitritt zur EU und zur NATO. Eine junge, weltoffene Generation ist herangewachsen, für die Demokratie und Freiheit eine Selbstverständlichkeit sind.
Die Ausstellung „25 Jahre Wandel in Osteuropa“ zieht eine einzigartige fotografische Bilanz.

Öffnungszeiten:
Mo-Do: 10-20 Uhr, Fr und in den Ferien: 10-15 Uhr

Einladungsflyer:

Eine Veranstaltung des Hauses des Deutschen Ostens
in Zusammenarbeit mit dem Tschechischen Zentrum München sowie den Generalkonsulaten der Slowakei, von Polen und Ungarn.

© Foto 1: Karel Cudlín
© Foto 2: Jan Šilpoch

Veranstaltungsort:

Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, München

Datum:

Von: 03.07.2014 18:00
Bis: 30.09.2014

Veranstalter:

Das Tschechische Zentrum ist Mitveranstalter


Veranstaltungserinnerung
Eine Erinnerung ist nicht möglich, da die Veranstaltung bereits begonnen hat.