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Programm

07.04.2017 19:00 - 28.04.2017

Aus der Stille heraus. Bohuslav Reynek in Rosenheim

Eine Werkschau des bedeutenden tschechischen spirituellen Grafikers und Dichters Bohuslav Reynek, kuratiert und präsentiert von der Enkelin des Künstlers Veronika Reynková.

Bohuslav Reynek (1892–1971) – Grafiker, Zeichner, Dichter, Übersetzer von französischer und deutscher Literatur. Keine dieser Charaktersierungen erfasst in Gänze das, was Bohuslav Reynek vor allen Dingen war: ein Mensch, ein vom kommunistischen System missachteter Künstler und ein Intellektueller, der schon zu Lebzeiten seine Mitmenschen inspirierte.

Jahrelang durften Bohuslav Reyneks grafische aber auch literarische Werke unter dem kommunistischen Regime nicht veröffentlicht werden. So sind auch die Kraft, Natürlichkeit und Menschlichkeit, die seine Radierungen ausstrahlen, für die Öffentlichkeit lange im Verborgenen geblieben. „Aus der Stille heraus“ inspirieren seine Grafiken, stärken und öffnen den Horizont.

Die Ausstellung zeigt, passend zu den Osterfeiertagen, berührende Bilder zur Passion. Ausgestellt werden 44 Reproduktionen. Auch die einzigartige „Bible svatá“, deren Text mit über hundert Zeichnungen von Reynek ergänzt ist, wird zu sehen sein.

Die Ausstellung wird am 7. April um 19 Uhr eröffnet. Im Rahmen der Vernissage wird die Dokumentation „Ein Narr bin ich in meinem Dorf“ über das Leben und Schaffen von Bohuslav Reynek aus dem Jahre 2006 gezeigt.

Öffnungszeiten der Ausstellung: Dienstag–Samstag von 16–20 Uhr

 

Zum Leben Bohuslav Reyneks:

Geboren in Petrkov bei Havlíčkův Brod fing Bohuslav Reynek bereits in jungen Jahren an zu malen. Aus dieser Zeit ist das Ölbild „Portrait des Vaters” (1911) erhalten. 1926 heiratete er die französische Dichterin Suzanne Renaud und stellte von 1927–1929 seine Zeichnungen und Radierungen auf mehreren Ausstellungen in Frankreich aus, wo seine Werke sehr gut aufgenommen wurden. Zwischen den Jahren 1933–1971 fertigte er mehr als 600 Radierungen und grafische Blätter mit der Technik des trockenen Nagels an. Während ihm in den 1930ern die Landschaft als Hauptmotiv diente, wendete er sich ab 1939 vermehrt biblischen Motiven zu, wie etwa der Christkreuzigung, der Pietät und der Verleugnung des heiligen Peters. Aus dieser Zeit stammt auch der Passionszyklus, der im Rahmen der Ausstellung gezeigt wird. Unter dem kommunistischen Regime zog sich Bohuslav Reynek sehr in sich zurück. In dieser Zeit entwickelte er seinen einzigartigen poetischen Ausdruck und es entstanden die meisten seiner Kunstwerke wie etwa die Zyklen „Job“ (1948–1949) und „Don Quijote“ (1955–1960). 1964 durfte er erstmals nach seiner 35-jährigen Schaffensphase öffentlich seine Werke ausstellen. Auch seine Gedichte wie „Schnee auf dem Vorhaus“ oder „Frost im Fenster“ wurden 1969 zum ersten Mal verlegt. Auf diese Liberalisierungsphase folgte jedoch schon bald die Zeit der Normalisierung, die erneut massiv die künstlerische Freiheit einschränkte, und Reyneks Kunst wurde erneut missachtet. Erst nach dem Fall des kommunistischen Regimes wurden seine Kunstwerke und Gedichte in Tschechien voll anerkannt.

Weitere Informationen zu Bohuslav Reynek finden Sie hier.

 

Veranstalter: Kleine Werkraumgalerie Rosenheim in Zusammenarbeit mit der Stiftung Reynek. In Kooperation mit dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfond und dem Tschechischen Zentrum München. Mit freundlicher Unterstützung Zdeněk Sklenářs, des Tschechischen Fernsehen und Aleš Kisils.

Veranstaltungsort:
Kleine Werkraumgalerie, Heilig-Geist-Straße 4, Rosenheim
Datum:

Von: 07.04.2017 19:00
Bis: 28.04.2017

Veranstalter:

Das Tschechische Zentrum ist Mitveranstalter


Veranstaltungserinnerung
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