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Programm

31.03.2017 19:00

Heimat (in) Europa

Unter welchen Umständen kann Europa zur Heimat werden? Welche Rolle spielen nationale und regionale Bezüge dafür und wie gehen Schriftsteller damit um? Darüber diskutieren die Autoren Lena Gorelik (München), Jörg Bernig (Dresden) sowie Petra Hůlová und Magdaléna Platzová (Prag).

 

Seit dem Beginn der Flüchtlingskrise und dem Erstarken rechtspopulistischer Bewegungen wird die Frage nach der Heimat auf den politischen wie kulturellen Seiten deutscher Zeitungen und Zeitschriften immer häufiger gestellt. Die Frage, welche Heimat wir in Europa haben, wandelt sich unter dem Druck der globalen Krisen zur Frage, ob Europa überhaupt noch als Heimat empfunden wird oder nur noch als bürokratisch-wirtschaftlicher Apparat, von dem sich immer weniger Menschen angesprochen und mitgenommen fühlen. Und doch ist die Sehnsucht nach Zugehörigkeit, die Frage nach dem, was Halt bieten kann in einer Zeit großer Umwälzungen, berechtigter denn je.

Das deutsch-tschechische Autorengespräch soll Aufschluss darüber geben, was Schriftsteller, für die ihre Sprache ein Ausdrucksmittel und Arbeitswerkzeug ist, durch das sie mit ihrer Nation verbunden sind, unter dem Begriff der Heimat verstehen und wie sie damit umgehen.

Moderation: Zuzana Jürgens und Peter Becher

 

Jörg Bernig, geb. 1964, ist ein deutscher Romanautor, Lyriker und Essayist. Seit 2005 ist Bernig Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste. Seine Werke „Niemands Welt“ (2009) und „Der Gablonzer Glasknopf“ (2011) laden zu einem Streifzug durch die Landschaft Mitteleuropas ein.

Lena Gorelik, geb. 1981, ist eine deutsche Journalistin und Autorin. 1992 kam sie zusammen mit ihrer russisch-jüdischen Familie als „Kontingentflüchtling“ nach Deutschland. In ihrem Sachbuch „Sie können aber gut Deutsch!“  (2012) greift sie die Debatte um Integration auf und thematisiert das Fremdsein in einem neuen Land. 2014 erschien ihr neuster Roman „Die Listensammlerin“.

Petra Hůlová, geb. 1979, ist eine tschechische Prosaschriftstellerin. Ihr Debütroman „Paměť mojí babičce“ (2002) gehört zu den meistgelesenen tschechischen Büchern des Jahrzehnts. In ihrem Roman „Čechy, země zaslíbená“ (2012) beschreibt sie ironisch ihre Heimat Tschechien durch die Augen einer ukrainischen Immigrantin. 

Magdaléna Platzová, geb. 1972, ist eine tschechische Schriftstellerin, Kinderbuchautorin und Journalistin. In ihrem Roman „Aaronův skok“ (2006) thematisiert sie die deutsch-tschechische Vergangenheit während des Zweiten Weltkriegs. Auch in ihrem neusten Roman „Anarchista“ (2013) schafft sie Bezüge zur europäischen Geschichte. 

 

Das Autorengespräch findet im Rahmen der Reihe „Was ist Heimat?“ der Veranstaltungsfolge „Drinnen oder draußen? Zusammenleben in Europa“ des Kulturreferats der Stadt München statt.

 

Das deutsch-tschechische Autorengespräch wird vom Adalbert Stifter Verein e.V. und dem Tschechischen Zentrum München in Kooperation mit dem Kulturreferat der Stadt München veranstaltet.

Veranstaltungsort:

Prinzregentenstr. 7
805 38 München
Deutschland

Datum:

31.03.2017 19:00

Veranstalter:

Das Tschechische Zentrum ist Mitveranstalter


Veranstaltungserinnerung
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