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Programm

05.10.2010 00:00 - 00:00

Gut gepolt! – Es lesen und diskutieren Tereza Brdečková, Tomasz Różycki und Hans-Ulrich Treichel

Drei untypische Familiengeschichten, drei (Anti-)„Heimatromane“ besonderer Art.

 

Im Sinne eines Nachbarschaftsprojekts stellen im Gespräch mit Agnieszka Kowaluk die tschechische Autorin Tereza Brdečková, der polnische Schriftsteller Tomasz Różycki und Hans-Ulrich Treichel aus Deutschland ihr Werk vor. Die deutschen Texte werden von Brdečkovás übersetzerin Hana Hadas und von dem Sprechtrainer Helmut Becker vorgetragen.

 

Brdečkovás Roman „Das Jahrbuch des versteckten Gartens“ (Šahrazád a král) ist eine magisch-realistische Familiensaga über drei Generationen, die sich vor dem Hintergrund der stürmischen Geschichte Prags entfaltet. Wie in einem orientalischen Mosaik werden die Alltagsgeschichten der Großeltern František und Nina, ihrer Tochter Helena und deren Tochter Sylva mit dem Märchen von der Prinzessin Shahrazad verwoben. Die farbenfroh-orientalische Märchenwelt kontrastiert die Alltäglichkeit der anderen Figuren, deren emotionale Verstrickungen ein Spiegel dessen sind, wie wir selbst leben, lieben, sprechen und denken.

„Zwölf Stationen“ heißt der Roman des polnischen Autors Tomasz Różycki über eine polnische Großfamilie auf ihrer verrückt-versponnenen Reise in die eigene Vergangenheit. Eigentlich wollte der namenlose Held in Różyckis Roman doch nur wieder einmal seine alte Großmutter besuchen. Doch so ein Besuch hat seine Tücken: Er soll die in ganz Polen verstreute Verwandtschaft zusammentrommeln, um noch einmal in die Heimat zurückzukehren. Ein alternatives "Heimatepos" ganz ohne verklärte Untertöne.

Hans-Ulrich Treichels Erzählung „Der Verlorene“ handelt von einer Familie, an deren Leben nichts außergewöhnlich scheint: Der Flucht aus den Ostgebieten folgt der erfolgreiche Aufbau einer neuen Existenz in den Zeiten des Wirtschaftswunders. Doch es gibt für sie nur ein einziges, alles beherrschendes Thema: die Suche nach dem auf dem Treck verlorengegangenen Erstgeborenen, nach Arnold. Lakonisch-distanziert und zugleich ungemein komisch erzählt Treichel von den psychischen Auswirkungen der Brudersuche.

 

Die Autorin Tereza Brdečková wurde 1957 in Prag geboren. Sie studierte an der Hochschule für Film und Fernsehen in Prag. Mit ihrem Debütroman „Das Jahrbuch des versteckten Gartens“ (Šahrazád a král, 2000) sorgte sie in Tschechien für Furore. Auch ihre weitere, bislang noch nicht ins Deutsche übersetzte Prosa wurde mit Anerkennung aufgenommen. Darüber hinaus ist sie Fernsehmoderatorin, Drehbuchautorin, Filmkritikerin und Kulturjournalisten und schreibt für renommierte tschechische Wochenzeitschriften (u.a. Respekt). 1991 war sie Programmdirektorin der Filmfestspiele in Karlsbad, von 1999 bis 2003 Direktorin des tschechischen Filmfestes Febiofest, später dessen Hauptdramaturgin.

Tomasz Różycki wurde 1970 im oberschlesischen Oppeln geboren. Er studierte Romanistik an der Krakauer Jagiellonen-Universität und arbeitete anschließend als Französischlehrer am Fremdsprachen-Lehrerkolleg in seiner Heimatstadt. Er ist in Polen vor seinem Durchbruch mit „Zwölf Stationen“ durch seine Lyrik bekannt geworden, arbeitet auch als Übersetzer, hauptsächlich von französischer Lyrik.

Hans-Ulrich Treichel, am 12.8.1952 in Versmold/Westfalen geboren, lebt in Berlin und Leipzig. Er studierte Germanistik an der Freien Universität Berlin und promovierte 1984 mit einer Arbeit über Wolfgang Koeppen. Er war Lektor für deutsche Sprache an der Universität Salerno und an der Scuola Normale Superiore Pisa. Von 1985-1991 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter für Neuere Deutsche Literatur an der FU Berlin und habilitierte sich 1993. Seit 1995 ist Hans-Ulrich Treichel Professor am Deutschen Literaturinstitut der Universität Leipzig.

 

Infos und Tickets unter  www.muffatwerk.de: VVK € 6 / AK € 8

 

Veranstaltungsort:

Prinzregentenstr. 7
805 38 München
Deutschland

Datum:

05.10.2010 00:00 - 00:00

Veranstalter:

České centrum


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