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Programm

01.10.2015 - 29.02.2016

Josef Čapek - Maler, Dichter, Schriftsteller

Eine komplexe Ausstellung zum Leben und Werk von Josef Čapek (1887–1945), eine der herausragenden Künstlerpersönlichkeiten der Zwischenkriegszeit. Der ältere Bruder von Karel Čapek hinterließ Spuren in vielen Kunstsphären – in der Prosa, Poesie, im Theater, in der Malerei und Buchillustration. Vor 70 Jahren verstarb er im KZ Bergen-Belsen nach sechs Jahren Gefangenschaft.

Čapek wollte bereits als Kind Maler werden. Er absolvierte die k.k. Kunstgewerbeschule in Prag und gehörte später einer Gruppe junger tschechischer Künstler an, die den Kubismus in Form von Bildern, Design, Plastiken und Zeichnungen sowie Architektur nach Prag brachte. Josef Čapeks spezifische Vorstellung vom Kubismus als Stilrichtung nahm Elemente der tschechischen Volkskunstmit  auf. In seinem Werk setzte er zudem soziale und politische Akzente, so schuf er in den 1930er Jahren Protestbilder gegen den Krieg. Neben der Malerei beschäftigte sich Josef Čapek auch mit der Buchgrafik. Über 300 Buchtitel hat er mit seinen originellen Linolschnitt-Einbänden gestaltet, ferner noch rund 200 typographische Einbände, 40 illustrierte Bücher und einige weitere Dutzend kurze Erzählungen u. w. Er war damals einer der gefragtesten Grafiker und illustrierte unter anderem auch die meisten Werke seines Bruders Karel Čapek. Zusammen mit ihm veröffentlichte Josef auch Schauspiele und Erzählungen wie z. B. Aus dem Leben der Insekten oder Das Märchen von Briefträger. Der Roman Schatten der Farne und andere Werke aus der Zeit um 1930 sind dem Expressionismus  zuzuordnen, späteres dem Neuklassizismus. Als Kinderbuchautor wurde Čapek vor allem durch die  Geschichten vom Hündchen und vom Kätzchen bekannt, die ebenfalls den Einfluss des Expressionismus zeigen.

Bekannt ist Josef Čapek auch als Urheber des Begriffs „Roboter“, den sein Bruder Karel Čapek für das Theaterstück R.U.R. verwendete. Auch die damals neue Wortschöpfung „Automat“ kommt in seinem Buch Lelio aus dem Jahr 1917 (in der Geschichte Opilec) bereits zweimal vor.

Unmittelbar nach der deutschen Besetzung Tschechiens im März 1939 wurde Josef Čapek wegen Kritik am Nationalsozialismus verhaftet und in verschiedene Konzentrationslager (Dachau, Buchenwald, Sachsenhausen) gebracht. Er starb zwischen dem 5. und 24. April 1945 in Bergen-Belsen. In Prag und anderen Orten Tschechiens sind nach den Gebrüdern Čapek Straßen benannt (ulice Bratří Čapků).

Veranstaltungsort:

Bayerische Staatsbibliothek, Ludwigstr. 16, 80539 München

Datum:

Von: 01.10.2015
Bis: 29.02.2016

Veranstalter:

Das Tschechische Zentrum ist Mitveranstalter


Veranstaltungserinnerung
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