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Programm

15.09.2018 20:00 - 26.10.2018

Justizmord des Jakob Mohr

Der Gärtner Jakob Mohr saß seit 1910 in der Heidelberger Universitätsklinik ein, weil er sich von übelwollenden Kräften mit Strahlen beeinflusst glaubte. Auf einer seinen Zeichnungen stellt er sich als Angeklagten vor einem Gericht dar, das aus maskierten Ärzten und Mitpatient*innen besteht. Ein außergewöhnliches Theatererlebnis der tschechischen Künstlerin Eva Koťátková.

Eva Koťátková: Justizmord des Jakob Mohr
@ Theater und Orchester Heidelberg – Haus der Johannesgemeinde (Johanneskirche)
Premiere: 15 September 2018, 8pm

Wiederholungen: 16, 22, 23 September and 3, 4, 7, 18, 19, 26 October 2018, 8pm

Der Hilfsgärtner Jakob Mohr, geboren in Mannheim 1884 und verstorben 1941 in Paris, saß nach mehreren Gefängnis- und Zuchthausstrafen 1912 bis 1917 in der Heidelberger Universitätsklinik und in der Anstalt Wiesloch ein, weil er sich von übelwollenden Kräften mit Wellen beeinflusst glaubte.

Auf seiner Zeichnung stellt er sich als Angeklagten vor einem Gericht dar, bestehend aus einer Reihe von Richtern, Geschworenen und Zeugen der früheren Prozesse, in die er verwickelt war. Sich selbst zeigt er Rede und Antwort stehend, dabei aber beeinflusst von einem »Fernhypnotiseur«, der mit einem Apparat in seinen Händen Mohrs Gedanken kontrolliert.

Die tschechische Künstlerin Eva Kot’átková über ihr Projekt: »Mit seinen Zeichnungen versucht Jakob Mohr, die Existenz einer Maschine zu beweisen, die jede seiner Handlungen, Worte und Gesten beeinflusst und Mohrs Körper unfrei macht. Er zeigt uns dabei nicht nur die Maschinerie in seinem Kopf, sondern auch die oppressive Macht der Psychiatrischen Anstalt. Ziel meines Projekts ist es deshalb nicht, Jakob Mohr als Patienten und Opfer wahnhafter Vorstellungen darzustellen, sondern als Menschen, der die Machtmechanismen, die ihn bestimmen, scharf und kritisch reflektiert. Das Theaterstück Justizmord des Jakob Mohr ist eine lebendigen Abbildung im realen Raum. Die Schauspieler beugen sich der Logik der Zeichnung, dem Bühnenbild und den Kostümen aus Papier, der seltsam verkrümmten Perspektive. Die Zuschauer schlüpfen in die Rolle von Zeugen und Geschworenen – durch ihre Anwesenheit wird das Bild vollkommen.« 

Theater trifft auf Bildende Kunst. Schauspieler*innen des Theaters Heidelberg treffen auf Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung. Ein außergewöhnliches Theatererlebnis im historischen Gemeindesaal der Johanneskirche.

Regie, Bühne und Kostüme: Eva Koťátková
Dramaturgie: Jürgen Popig
Produktionsleitung: Katrina Mäntele, Antonia Leitgeb, Zita Čechová
Regieassistenz: Fabian Appelshäuser
Mitarbeit Bühne und Kostüme: Katharina Andes
Soufflage: Goldie Röll

Die Papierkostüme wurden von Marie Vařeková hergestellt. Weitere Kostümteile von Dana Koťátková und Teile der Dekoration von Jiři Merčák.

Jakob Mohr: Marco Albrecht

Fernhypnotiseur: Henner John / Julian Lampe

Vorsitzender Richter: Olaf Weißenberg

Richter: Thomas Bauer, Stephen Gallagher, Jutta Schneider / Tanja Kramler, Christine Niebel, Justus Rogowski / Hardy Jürgens

Ankläger: Matthias Lamp

Verteidiger: Inge Lang

Assistentin: Melanie Schock

Mutter: Nicole Averkamp

Kurator Röske: Thomas Röske / Jürgen Popig

In »Justizmord des Jakob Mohr« stehen Schauspielerinnen und Schauspieler, die Statisterie des Theaters und Orchesters Heidelberg sowie Menschen mit Psychiatrie- Erfahrung gemeinsam auf der Bühne.

In Zusammenarbeit mit der Sammlung Prinzhorn, der evangelischen Johannesgemeinde Heidelberg-Neuenheim, der Theaterakademie Mannheim und dem Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemeine Psychiatrie

Veranstalter

In Kooperation mit dem Institute of Anxiety und Are|are-events.org

Gefördert vom Kulturministerium der Tschechischen Republik, dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und dem Tschechischen Zentrum München

Foto:

Eva Koťátková, Justizmord des Jakob Mohr
Theater Za plotem, Psychiatrische Klinik Bohnice in Prag.
Foto: Michal Czanderle

 Jakob Mohr, Justizmord (Judicial Murder), 1909 – 1910 
© Sammlung Prinzhorn, Universitätsklinikum, Heidelberg / Prinzhorn Collection, Heidelberg University Hospital 

 

Premiere:

Wiederholungen:

Veranstaltungsort:
Theater und Orcheste Heidelberg
Datum:

Von: 15.09.2018 20:00
Bis: 26.10.2018

Veranstalter:

Das Tschechische Zentrum ist Mitveranstalter


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