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Programm

20.04.2017 - 23.04.2017

Kafka geht ins Kino

Kafka war ein Kinogänger. Zahlreiche Notizen über Filme, die er gesehen hat, finden sich in seinen Tagebüchern und Briefen und wurden von Hanns Zischler recherchiert und ausgewertet. Das Filmmuseum München zeigt in der Filmreihe „Kafka geht ins Kino“ eine Auswahl dieser Filme wie etwa „Straßenbahnfahrt durch Prag“, ein Filmdokument des tschechischen Filmpioniers Jan Křiženecky.

 

Welche Filme hat Kafka gesehen? Welche Spuren haben sie in Kafkas Werk hinterlassen? Hanns Zischler gibt in seinem Buch „Kafka geht ins Kino“ Antworten auf diese Fragen. Anlässlich der erweiterten Neuauflage seines Buchs hat das Filmmuseum München in Zusammenarbeit mit internationalen Filmarchiven die erwähnten Filme restauriert. Vom 20.–23. April werden diese erstmals in restaurierter Form mit Live-Musikbegleitung auf der Kinoleinwand gezeigt.

 

Straßenbahnfahrt durch Prag / Jízda Prahou otevřenou tramvají

23. April 2017, 18:30 Uhr

Tschechien 1908, R+B+K: Jan Křiženecky, 2 min

In Kafkas erster Notiz zum Kino, einer Postkarte an Max Brod vom Oktober 1908, beschwört er den Freund, dass sie lang und oft den Kinema, die Maschinenhalle und die Geishas zusammen ansehen müssen. Die Rede ist von der Prager Ausstellung für Gewerbe und Industrie anlässlich des 60. Thronjubiläums von Kaiser Franz Joseph. Der tschechische Filmpionier Jan Kříženecký zeigte dort die Fahrt einer Tram, die über die Czech-Brücke nach Prag hineinfährt. Franz Kafka und Max Brod besuchten diese Filmvorführung, die in ihnen eine große Faszination für das Kino, aber auch für die Tram als neues Transportmittel auslöste. Noch heute kann man sich der unmittelbar einsetzenden Trance, welche dieser kurze Film auslöst, nicht entziehen. Wie eine Kamerafahrt auf Schienen mutet das Wiedereintauchen in die Stadt an.

Jan Křiženecky, 1868-1921, war ein maßgeblicher Wegbereiter der tschechischen Kinematografie, der neben Alltagsaufnahmen Prags gemeinsam mit František Josef Pokorný die ersten tschechischen Spielfilme wie „Dostaveníčko ve mlýnici“ drehte.

Im Anschluss an die Kurzdokumentation folgt „Shiwat Zion“ (Rückkehr nach Zion), ein zionistischer Dokumentarfilm über den Aufbau eines „jüdischen Palästina“, der im Oktober 1921 in Prag gezeigt wurde.

Live-Musik: Günter A. Buchwald | Einführung: Stewart Tryster

 

Als Abschluss der Filmreihe referiert am 23. April 2017 um 21 Uhr Hanns Zischler anlässlich der erweiterten Neuauflage seines Buches »Kafka geht ins Kino« (Verlag Galiani Berlin, 2017) und der in Zusammenarbeit mit dem Filmmuseum München entwickelten DVD-Edition »Kafka geht ins Kino« (Edition Filmmuseum 95) über Franz Kafkas Beziehungen zum Medium Film und den Einfluss des Kinos auf sein Schreiben. Er liest Passagen aus den Texten von Kafka, Stefan Drößler zeigt und kommentiert dazu Filmausschnitte aus den neu restaurierten Filmen und Bilddokumente aus dem Buch.

 

Eintritt: 6€

Kartenvorbestellungen telefonisch unter Tel. 089-233-96450

Nähere Informationen zur Veranstaltungsreihe finden Sie hier.

 

Veranstalter der Filmreihe ist das Filmmuseum München in Zusammenarbeit mit dem Galiani-Verlag in Berlin und dem Tschechischen Zentrum München. Ermöglicht durch die Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes.

© Buchcover: Rowohlt Verlag

Veranstaltungsort:

Filmmuseum München, Sankt-Jakobs-Platz 1, 80331 München

Datum:

Von: 20.04.2017
Bis: 23.04.2017

Veranstalter:

Das Tschechische Zentrum ist Mitveranstalter


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