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Programm

04.04.2006 00:00 - 00:00

Lesung - Martin Fahrner: Die Hand in der Luft

Martin Fahrner liest aus seinem neuen Roman. Eintritt 5.- / 3.- EURO, Res.: Fußball-Globus, Tel.: 01805 / 12 2006 Mail: ticket.globus@FIFAworldcup.com, Internet: www.etix.com // Internationale Frühjahrsbuchwoche

 

Von der Kompliziertheit des Seins erzählt einer der bekanntesten tschechischen Gegenwartsautoren: Martin Fahrner. Er ist Schriftsteller, Übersetzer und Dramaturg und legt mit seinem ersten auf Deutsch erschienenen Buch einen Familienroman vor, dessen Hauptfigur nicht nur auf dem Fußballplatz die Regeln des Fairplay hochhält.


Moderation und deutsche Lesung: Mirko Kraetsch

Der Prosaschriftsteller Martin Fahrner wurde am 18. März 1964 in Jablonec nad Nisou geboren. Nach dem Abitur am Gymnasium in Náchod studierte er an der Pädagogischen Fakultät der Jan-Evangelista-Purkyně-Universität in Ústí nad Labem, anschließend belegte er das Fach Dramaturgie an der Theaterakademie der musischen Künste in Prag. Nachdem er bereits an den Theatern von Jihlava, Pardubice und Brünn als Dramaturg gearbeitet hatte, ist er in dieser Funktion derzeit wieder im Ostböhmischen Theater in Pardubice tätig. Außer Prosa schreibt er auch Theaterstücke und Liedtexte. Er lebt in Osikov.

 

                     

 

Martin Fahrner kam über seine langjährigen Erfahrungen nicht nur am Theater, sondern auch in der bildenden Kunst zur Prosa. Sein spätes Debüt Steiner aneb Co jsem dělali (Steiner oder Was wir getan haben) erweckte bei Lesern und Kritikern den Eindruck eines reifen literarischen Werks, wiewohl sich der Autor darin nur äußerlich ausschließlich jener Methoden bediente, die der traditionellen Erzählkunst des 20. Jahrhunderts zuzurechnen sind. Größtmöglichen Nachdruck legte Fahrner in diesem Buch, das man als lyrische Erinnerung oder als Mosaik von Erinnerungen an die Kindheit und Jugend charakterisieren kann, auf die gefühlsmäßige Überzeugungskraft jedes einzelnen konkreten Vorfalls mit allen seinen Episoden, sowie auf die Schilderung der psychologischen Nuancen der Lebenswege von mehreren Generationen einer „gewöhnlichen“ Familie. Die Kritik sah sich bei dieser Veröffentlichung vor allem an die Kunst der psychologischen Erzählungen Ota Pavels erinnert, die für Fahrner tatsächlich den Prototyp für die Intimisierung der Aussage des Autors und seiner Lebensphilosophie darstellen. Beiden Schriftstellern gemeinsam sind beim Erzählen nicht nur die Liebenswürdigkeit, der verständnisvolle Humor und die „berauschend bitter-süße Zärtlichkeit“, sondern auch die Neigung zu Situationen episodischen Charakters, in denen einerseits die gesellschaftlichen Verhältnisse oder die Geschichte einsichtig werden und in denen auf der anderen Seite ein Mensch zu Wort kommt, der ein authentisches Zeugnis ablegen kann, vor allem von dem, „was wir getan haben“, wobei unter „wir“ er selbst, seine Nächsten und seine Umwelt zu verstehen sind. Kein Wunder, dass man bei der von Fahrner gewählten Methode nicht nur den schon erwähnten Ota Pavel, sondern auch einen anderen Urvater solch menschlicher „Perlchen“ – nämlich Bohumil Hrabal - aus dem Erzählten heraushört. Abgesehen von diesen Ähnlichkeiten lässt sich das erste und einzige Buch Fahrners für Erwachsene als postmoderner Text interpretieren: Der Schriftsteller verzichtet darin auf die Epik des Romans und entwirft statt dessen ein aus suggestiv wirkenden Vorkommnissen zusammengesetztes Mosaik. Und selbst wenn sich dabei Elemente eines epischen Erzählens ausmachen ließen – dann immer nur in verfremdeter und verkürzter Form, im Detail.



 

Veranstaltungsort:

Prinzregentenstr. 7
805 38 München
Deutschland

Datum:

04.04.2006 00:00 - 00:00

Veranstalter:

Landeshauptstadt München, Kulturreferat München


Veranstaltungserinnerung
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