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Programm

26.11.2013 19:00 - 14.01.2014

Lukáš Houdek: The Art of Killing

Die Ausstellung des Fotografen Lukáš Houdek setzt sich mit Gräueltaten und Massakern an deutschen Zivilisten in der Tschechoslowakei nach dem 2. Weltkrieg auseinander. Gründlich recherchierte Ereignisse – Morde, Vergewaltigungen, Folter – hat Houdek mit Barbiepuppen nachgebildet und fotografiert.

Lukáš Houdeks Serie von 25 Fotografien zeigt Gräueltaten, die 1945 zwischen der Befreiung der Tschechoslowakei und der praktischen Umsetzung der Beschlüsse des Potsdamer Abkommens aus Rache an Deutschen verübt wurden. Bis zu 30.000 Menschen kamen damals ums Leben. Houdek hat gründlich recherchiert und wahre Begebenheiten detailgetreu nachgebildet – mit Spielzeug.

Anlässlich der Vernissage Gespräch mit Lukáš Houdek und der Münchner Fotografin Barbara Hartmann

Im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung erklärt er, welche Bedeutung die Barbiepuppen haben: „Viele Tschechen tun so, als wäre nichts passiert, als hätten diese Morde nicht stattgefunden. Der freund­liche Gesichtsausdruck der Puppen soll die in der tschechischen Gesell­schaft weitverbreitete Scheinheiligkeit anprangern." Mit den uniformen, stets lächelnden Puppen problematisiert Houdek das Konstrukt der Kollektiv­schuld und eine vereinfachende Zuweisung von Opfer- und Täterrollen. Er möchte die Gewalt an sudetendeutschen Zivilisten durch seine Kunst enttabuisieren: „Wir müssen über dieses Trauma - das der Deutschen und das der Tschechen - reden. Nur so lässt es sich über­winden.“

Lukáš Houdek (*1984) hat Romani Studies an der Karls-Universität in Prag studiert. 2005 begann er, das Leben von Roma in Tschechien und im Ausland fotografisch festzuhalten. Seit 2010 widmet er sich auch der künstlerischen Fotografie. In seiner dokumentarisch geprägten Fotokunst beschäftigt er sich viel mit Fragen der Identität und der deutsch-tschechischen Nachkriegsgeschichte. So entstanden die Arbei­ten Abandoned Lives (2009–2012), The Art of Killing (2012), The Art of Settling (2011–2013) und You Have to Forget about Johann (2013). Seine Fotografien sind unter anderem im Kunstgewerbemuseum in Prag, im Slowakischen Nationalmuseum und im Museum der Roma-Kultur ausgestellt.

Artikel und Fotoserie der Süddeutschen Zeitung über The Art of Killing.

Der Flyer zum Download:

Begleitprogramm:

Kytlice, Zimmer frei
4.12. / 19.00 Uhr
Arena Filmtheater, Hans-Sachs-Str. 7, München
CZ 2012, OmU, R: Rozálie Kohoutová
Eine Dokumentation über die Absurdität von Nationalismus durch das Prisma des kleinen Dorfes Kytlice im ehemaligen Sudentenland. In Anwesenheit der Regisseurin.
Eintritt: 6 €

Schaufenster Enkelgeneration
10.12. / 19.00 Uhr
Tschechisches Zentrum München
Vier junge Menschen der dritten Generation der deutschsprachigen Minderheit in Tschechien werden in Kurzfilmen porträtiert. Im Anschluss Diskussion mit Gästen zum Thema Sprache und Identität.

Mehr Informationen

Veranstalter sind der Kulturreferent für die böhmischen Länder beim Adalbert-Stifter-Verein und das Tschechische Zentrum München.

Veranstaltungsort:

Prinzregentenstr. 7
805 38 München
Deutschland

Datum:

Von: 26.11.2013 19:00
Bis: 14.01.2014

Veranstalter:

Das Tschechische Zentrum ist Mitveranstalter


Veranstaltungserinnerung
Eine Erinnerung ist nicht möglich, da die Veranstaltung bereits begonnen hat.