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Programm

01.05.2020 - 31.05.2020

Online-Lesekreis: Toter Mann

Unser Online-Lesekreis geht weiter: Im Mai laden wir Sie herzlich dazu ein, Bianca Bellovás zweiten Roman „Toter Mann“ (Braumüller 2014, übers. von Mirko Kraetsch) gemeinsam mit uns zu lesen und somit auch während der Ausgangsbeschränkungen noch in den Genuss der tschechischen Gegenwartsliteratur zu kommen.

Bellovás Buch beginnt dramatisch: „Opi haben sie im September 1950 aufgehängt.“ Doch ihre lakonische Erzählerin verliert nur selten die Fassung. Vignettenweise und absolut schonungslos berichtet diese von ihren bisherigen Lebenserfahrungen, von gescheiterten Liebesaffären und gestörten Familienstrukturen. Das, was sie zu erzählen hat, ist mehr als eine Lebensgeschichte, sondern eher eine Art Beichte. Die monologische Form täuscht, denn die Erzählerin redet konsequent mit jemandem, bloß antwortet er ihr nicht. Wer ihr Gegenüber ist und was ihre genaue Beziehung zu dieser Person ist, wie es zur jetzigen Situation kam, erfährt man nur langsam.

Wir sind sehr gespannt zu hören, was Sie von diesem bildgewaltigen, teilweise auch verstörenden Buch halten. Auf Facebook und Instagram sowie auch per Email können Sie uns mitteilen, was Ihnen bei der Lektüre besonders gefallen oder gestört hat, ob Sie es weiterempfehlen würden, oder sogar vielleicht ein zweites Mal lesen möchten.

Mögliche Überlegungen und Diskussionsfragen:

Wie haben Sie sich die Erzählsituation vorgestellt und wie hat sich Ihr Bild davon während der Lektüre weiterentwickelt?

Wer ist für Sie der titelgebende „tote Mann“?

Anhand des Klapptexts der deutschen Ausgabe erwartet man in erster Linie eine Geschichte über das Leben in der Tschechoslowakei der 1970er- und 1980er-Jahre. War das noch Ihr Haupteindruck am Ende des Buches? 

Hat der Ausgang Sie schockiert oder hatten Sie schon eine Vorahnung, was kommen würde?

Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach die beiden Auslandsaufenthalte (London / Międzyzdroje) für die beteiligten Figuren?

Wie viele Formen der Abwesenheit lassen sich im Roman identifizieren?

Illusionen und Selbsttäuschung kommen immer wieder im Buch vor. Denken Sie, dass das auch die Erzählerin betrifft? Haben Sie an  allem geglaubt, was sie behauptet hat?

Wie steht es im Buch um das Thema Macht? Wer hat sie, auf wen wird sie ausgeübt, welche Gestalt(en) nimmt sie an?

Würden Sie das Buch als ein feministisches charakterisieren? Warum (nicht)?

Hat es Ihnen Spaß gemacht, die „eigentliche Geschichte“ beim Lesen selber zusammenzustückeln oder hätten Sie sich von Anfang an mehr Klarheit gewünscht?

Veranstaltungsort:
Online
Datum:

Von: 01.05.2020
Bis: 31.05.2020

Veranstalter:

Tschechisches Zentrum


Veranstaltungserinnerung
Eine Erinnerung ist nicht möglich, da die Veranstaltung bereits begonnen hat.