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Programm

10.12.2013 19:00

Schaufenster Enkelgeneration

Das Projekt des Goethe-Instituts Prag stellt exemplarisch vier junge Menschen zwischen 18 und 35 der dritten Generation der deutschsprachigen Minderheit in Tschechien vor. In filmischen Kurzporträts erzählen sie, welche identitätsstiftende Wirkung die deutsche Sprache heute noch für sie besitzt.

Im virtuellen Schaufenster Enkelgeneration werden vier junge Tschechinnen und Tschechen mit deutschen Wurzeln vorgestellt, die exemplarisch für ihre Generation stehen. Hana Filipčíková (*1989), Ines Goschalová (*1987), Ondřej Hruška (*1982) und Sandra Kreisslová (*1981) geben Auskunft, wie sie Deutsch gelernt haben und welchen Raum die Anwendung der deutschen Sprache in ihrem heutigen Alltag einnimmt. Wie sehen diese jungen Tschechinnen und Tschechen, deren Großeltern sich selbst den deutschsprachigen Minderheiten zurechnen, die Bedeutung der deutschen Sprache für ihr eigenes Leben? Wird die eigene Mehrsprachigkeit als wertvolles Gut und als nutzbringend im heutigen Europa bewertet? Pflegten und förderten die Großeltern und Eltern dieser vier „Enkel“ bewusst deren „Sprachschatz“? Wurde die deutsche Sprache in diesen Familien an die Enkel weitergereicht? In welchen Kontexten lebt die deutsche Sprache heute noch und wo wird sie überwiegend eingesetzt?

Die im Herbst 2012 gefilmten Kurzporträts dokumentieren die ganze Bandbreite dessen, was das sprachliche Selbstverständnis junger Minderheiten-Angehöriger in der heutigen Tschechischen Republik ausmacht. Sie zeigen zudem eindrucksvoll, wie schwer es jungen Tschechinnen und Tschechen fällt, die eigene mehrsprachige Identität zu verorten.

Gesprächsrunde

Prof. Dr. Claudia Maria Riehl, Institut für Deutsch als Fremdsprache, LMU München

Martin Dzingel, Präsident der Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien

Susan Zerwinsky, Bildungskooperation Deutsch, Goethe Institut Prag

Dr. Sandra Kreisslová, Ethnologin, Projektkuratorin

 

Einladung: 

Dr. Sandra Kreisslová: Als wissenschaftliche Kuratorin des Projektes führte die Ethnologin, beruhend auf einem selbst entwickeltem Interviewleitfaden, mehrstündige Gespräche mit den vier Porträtierten. S. Kreisslová, arbeitete in den Jahren 2010/2011 als Kulturassistentin für die deutsche Minderheit bei der Bürgerorganisation Antikomplex. Sie promovierte 2011 im Fachbereich Ethnologie der Karlsuniversität Prag mit einer Arbeit, die die Beziehung zwischen der ethnischen Identifikation und dem Sprachbewusstsein in biographischen Erzählungen deutschsprachiger Minderheiten untersucht.

Prof. Dr. Claudia Maria Riehl, Leiterin des Instituts für Deutsch als Fremdsprache der Ludwigs-Maximilian-Universität München, begleitete und kommentierte das Projekt. Die Sprachwissenschaftlerin lehrt und forscht intensiv zu Sprachvarietäten, Minderheitensprachen und Mehrsprachigkeit. In mehrwöchigen Feldforschungsaufenthalten in der Tschechischen Republik untersuchte sie die dort gesprochenen Varietäten des gesprochen Deutschen. 2008 erschien das von ihr als Mitherausgeberin betreute Standardwerk Handbuch der deutschen Sprachminderheiten in Mittel- und Osteuropa. Ihr Hauptinteresse aus linguistischer Sicht gilt den Fragen, in welchen Kontexten und mit welchen Varietäten die dritte Generation der deutschsprachigen Minderheiten in Mittelosteuropa heute noch Deutsch spricht.

Der 1975 in Bruchsal geborenen Regisseur und Filmemacher Marc Bader entwickelte das Konzept für die filmische Umsetzung der persönlichen Porträts. Der ehemalige Student der Wiener Filmakademie und des Hamburger Audio-Visual Media Colleges lebt und arbeitet seit mehreren Jahren als freischaffender Filmemacher und Fotograf in Prag.

Mehr Informationen zu dem Projekt finden Sie auch auf den Seiten des Goethe Instituts Prag.

Beispielfilm - Sandra Kreisslová:

Veranstalter:

Tschechisches Zentrum, Goethe Institut Prag

Veranstaltungsort:

Prinzregentenstr. 7
805 38 München
Deutschland

Datum:

10.12.2013 19:00

Veranstalter:

Das Tschechische Zentrum ist Mitveranstalter


Veranstaltungserinnerung
Eine Erinnerung ist nicht möglich, da die Veranstaltung bereits begonnen hat.