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Programm

10.02.2016 - 15.05.2016

Screen Tearing - die zerrissene Leinwand

Ein groß angelegtes künstlerisches Projekt des renommierten tschechischen Künstlers Patrik Hábl – im historischen Komplex des Klosters Speinshart nimmt er zwei künstlerische Interventionen vor: Während der 40-tägigen Fastenzeit verhüllt er das Altarbild in der Nepomukkappelle mit einem von ihm gestalteten „Fastentuch“. In der 50-tägigen Osterzeit wird eine 14 x 9 m große Leinwand den gesamten Altarraum der Speinsharter Pfarr- und Klosterkirche verhängen. Eine spannende Symbiose zwischen alter und moderner Kunst im barocken Sakralbau.

Screen Tearing – eigentlich ein technischer Begriff für zerrissene, also gestörte Bilder auf einer Kinoleinwand oder einem Computerbildschirm. Ein vertrautes Bild wird so entfremdet und lässt etwas Neues, Unerwartetes entstehen. Diesen Effekt macht sich der international renommierte tschechische Künstler Patrik Hábl zu eigen. Mit zwei extra für die Klosterkirche Speinshart geschaffenen monumentalen Kunstinterventionen verändert er während der Fasten- und Osterzeit das barocke Interieur. Seine abstrakten, vermeintlich „zerrissenen“ Gemälde eröffnen dem Betrachter neue Perspektiven. Für Patrik Hábl ist es das erste Kunstprojekt im sakralen Raum im Ausland.

Patrik Hábls Kunstprojekt in Speinshart besteht aus zwei Teilen: Während der 40-tägigen Fastenzeit von Aschermittwoch (10.2.) bis Ostersonntag (27.3.) verdeckt er das Altarbild in der Nepomukkapelle mit einer selbst gestalteten Leinwand. Damit knüpft er an die mittelalterliche Tradition des Fastentuchs an, das Kruzifixe, Bilder oder den Altarraum verhüllte. Die zweite Installation, die erstmals am Ostersonntag zu sehen sein wird, ist ein Novum: 50 Tage lang, von Ostersonntag bis Pfingstsonntag (15.5.), trennt eine monumentale Leinwand den Altarraum der Kirche vom Hauptschiff. Ein schmaler Spalt in der Mitte schafft eine Blickachse hinter die Leinwand in den Altarraum und somit zugleich eine neue räumliche und symbolische Dimension. Beide Kunstinterventionen werden gleichzeitig nur am Ostersonntag zu sehen sein.

Hábls Kunstinterventionen in Speinshart sind etwas vollkommen Neues, die Leinwände entwickelte er speziell für die Speinsharter Klosterkirche. Bei der Leinwand für die Nepomukkapelle arbeitete er mit den „Nicht-Farben“ Schwarz und Weiß und probierte sich an neuen Techniken aus. So entstanden durch das Falten und Zusammenlegen der Leinwand und verschiedene Methoden des Farbauftrags abstrakte Formen, die in ihrer Symmetrie an das Turiner Grabtuch erinnern. Die große Leinwand ist weiß-gold und korrespondiert mit dem barocken Kircheninterieur. „Von dieser Farbkombination habe ich schon vor Jahren geträumt“, so Hábl. Die Arbeit an der 14 x 9 Meter großen Leinwand, auf die er die Farbe mit Walzen auftrug, wurde für Hábl, wie bei den Begründern des Action Paintings, zu einer physischen Aktion: „Bei größeren Formaten reizt mich die Überschreitung physischer und technischer Möglichkeiten.“

Trotz der Monumentalität seiner Arbeiten in Speinshart geht es Hábl um einen gefühlvollen Eingriff, der nicht provoziert, sondern die Menschen zum Innehalten und Nachdenken anregen soll. Hábls Kunst will die Menschen berühren, gleich welchen Glaubens und welcher Herkunft.

Programmpunkte:

14.2. | 15.00 Uhr – Eröffnung der 1. Installation in der Kapelle des heiligen Nepomuk

26.3. | 20.00 Uhr – Midissage: Eröffnung der 2. Installation in der Klosterkirche in Anwesenheit des Künstlers und Konzert mit Michal Rataj („Missa abstracta“)

15.5. | 16.00 Uhr – Finissage: Podiumsdiskussion zum Thema „Religion in der Kunst“


Patrik Hábl hat in Tschechien bereits mit einigen Kunstinterventionen im sakralen Raum auf sich aufmerksam gemacht. In der Salvatorkirche in Prag tauschte er 2013 fünfzehn originale barocke Altarbilder gegen abstrakte Kunst aus. Auch in der Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit in Slaný oder bei der Kunstaktion „Interspaces“ im Klosterhof der Prager Dominikanerkirche wirkte er im kirchlichen Kontext. Großen Anklang fand seine Rauminstallation im Prager Zentrum für zeitgenössische Kunst DOX im Jahr 2013. Mit zahlreichen weiteren Ausstellungen und Interventionen hat er sich in Tschechien und im Ausland einen Namen gemacht. Hábl hat an der Akademie für Kunst, Architektur und Design in Prag studiert. Sein Werk wurde mit dem Waldes-Preis und dem Europol Art Award ausgezeichnet. In Tschechien war er unter den ersten Zehn, die für die Persönlichkeit des Jahres 2013 für herausragende künstlerische Leistung nominiert worden sind.

Website des Künstlers: www.patrikhabl.com


Veranstalter: Internationale Begegnungsstätte Kloster Speinshart, Tschechisches Zentrum München

Mit freundlicher Unterstützung von: Deutsch-tschechischer Zukunftsfonds

Veranstaltungsort:
Kloster Speinshart, Klosterhof 2, Speinshart
Datum:

Von: 10.02.2016
Bis: 15.05.2016

Veranstalter:

Das Tschechische Zentrum ist Mitveranstalter


Veranstaltungserinnerung
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