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Programm

19.06.2017 19:00 - 10.07.2017

Zeugen für Menschlichkeit – Christlicher sudetendeutscher Widerstand 1938–1945

Die Ausstellung stellt die Schicksale von zehn Menschen vor –Priester, Ordensfrauen und Laien–, die sich aus christlicher Überzeugung gegen den Nationalsozialismus gestellt haben und so Opfer dieses menschenverachtenden Regimes wurden.

 

Anhand der Lebenswege zehn bemerkenswerter Persönlichkeiten dokumentiert die Ausstellung anschaulich den christlichen, sudetendeutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Bis zum Münchner Abkommen 1938 und zur vollständigen Besetzung Böhmens und Mährens 1939 lebten diese als Deutsche in der Tschechoslowakei. Aufgrund ihres Widerstands durfte keiner von ihnen das Ende des Nationalsozialismus erleben. Das Lebenszeugnis der fünf Priester, zwei Ordensfrauen und drei Laien soll als Beispiel und Vorbild dienen und die Ausstellung möchte an sie und darüber hinaus an alle weiteren christlichen sudetendeutschen NS-Gegner der Jahre 1938 bis 1945 erinnern.

Folgende Personen werden vorgestellt:

Engelmar Hubert Unzeitig – Ein Märtyrer der Christenheit (1911-1945)

Richard Henkes – Ein Apostel der deutsch-tschechischen Versöhnung (1900-1945)

Roman Karl Scholz – Weltgewandter Widerständler und tief christlicher Chorherr (1912-1944)

Augustinus Franz Schubert – Ein zweisprachiger Priester, in zwei Welten zuhause (1902-1942)

Karl Schrammel – Singfreudiger Musiker, freimütiger Priester (1907-1945)

Maria Restituta Helene Kafka – Eine lebensfrohe, opferbereite Ordensfrau (1894-1943)

Epiphania Barbara Pritzl – Begeisterte Lehrerin, couragierte Schulschwester (1881-1944)

Eduard Schlusche – Furchtloser Buchhändler und christlicher Kämpfer (1894-1945)

Josef Tippelt – Lehrer, Christ und ungewollter Held (1908-1943)

Hanns Georg Heintschel von Heinegg – Patriot und sensibler Lyriker, standhafter Christ (1919-1944)

 

Vernissage: 19. Juni, 19:00 Uhr

mit Einführungsvortrag von Dr. Jan Stříbrný (Tschechische Christliche Akademie Prag)

 

 

Zum Kontext:

Die Ausstellung wurde erstmals im September 2016 im Rathaus Würzburg aus Anlass der Seligsprechung von Engelmar Unzeitig gezeigt. Zudem steht sie in Verbindung mit dem Erscheinen des Martyrologiums der Böhmischen Länder im Herbst 2016, welches die „Blutzeugen“ der NS-Zeit und des kommunistischen Regimes unabhängig ihrer nationalen Zugehörigkeit vorstellt. Auch an die sog. Paroubek-Geste von 2005 knüpft sie an, mit der die tschechische Regierung insbesondere sudetendeutsche Antifaschisten aus den Reihen der Sozialdemokraten und Kommunisten würdigte.

 

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bohuslav Sobotka, Ministerpräsident der Tschechischen Republik, und von Erzbischof Dominik Kardinal Duka, Vorsitzender der Tschechischen Bischofskonferenz.

Bohuslav Sobotka über die Ausstellung:

„Wenn wir uns mit der tragischen Geschichte des Zweiten Weltkrieges beschäftigen, sollten wir nicht nur Tschechen und Deutsche sehen, sondern vor allem Schicksale von konkreten Menschen. Erst dann, glaube ich, begreifen wir das schreckliche Ausmaß des menschlichen Unglücks, das die nazistische Diktatur verursacht hat, den Mut derer, die sich entschlossen haben, sich ihr zu stellen, und die Opfer, die sie bringen mussten. Dann müssen wir die Prinzipienfestigkeit der Leute, die sich entschieden haben, der Wahrheit und Menschlichkeit treu zu bleiben, bewundern. Dann sehen wir, wie bequem es wäre, die Augen vor den Verbrechen zu verschließen. Man kann die Gedanken an die Frage nicht loswerden, wie man in einer solchen Situation selber handeln würde. Helden, die es geschafft haben, Ihre Stimme gegen Unrecht zu erheben, finden wir unter Tschechen wie unter Deutschen. Die Regierung der Tschechischen Republik hat schon in der Vergangenheit die ehemaligen tschechoslowakischen Staatsbürger der deutschen Nationalität gewürdigt, die sich gegen den Nazismus gestellt haben, und es ist gut, dass die Ausstellung „Christlicher sudetendeutscher Widerstand 1938-1945“ das Bewusstsein über eine solche Gruppe erweitern wird.“

 

Veranstalter: Sdružení Ackermann-Gemeinde (Prag), Tschechische Christliche Akademie Prag, Ackermann-Gemeinde (München) mit freundlicher Unterstützung der Tschechischen Bischofskonferenz, dem Erzbistum Prag, dem Verband der Diözesen Deutschlands und dem Tschechischen Zentrum München.

Veranstaltungsort:

Abtei St. Bonifaz, Karlstr. 34, München

Datum:

Von: 19.06.2017 19:00
Bis: 10.07.2017

Veranstalter:

Das Tschechische Zentrum ist Mitveranstalter


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