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Programm

10.04.2015 21:00

Vertreibung aus dem Paradies

Am Nudistenstrand „Paradisio“ wird ein Film gedreht. Die Produktion verläuft keineswegs störungsfrei, weil alle Beteiligten eine andere Vorstellung davon haben, was das Endprodukt sein soll. Der neureiche russische Produzent erwartet einen erotischen Film, der Drehbuchautor spricht von einer „positiven Sicht auf die Realität“. Die Statisten machen aus Neugierde, wegen des Geldes oder aus reinem Exhibitionismus mit. Eine Satire auf das Filmmachen…

Im Rahmen der Retrospektive Věra Chytilová

CZ 2001 | R: Věra Chytilová | B: Věra Chytilová, Bolek Polívka, nach dem Roman von Desmond Morris | K: Klaus Fuxjäger  | D: Bolek Polívka, Věra Havelková, Jan Antonín Pitínský, Milan Šteindler, Veronika Bellová, Arnošt Goldflam  | 124 min | OmeU

Der Film knüpfte an die biblische Symbolik des Filmes „Paradiesfrüchte“ an: Wieder wurde das Thema der Erkenntnis, in diesem Fall der absoluten Freiheit, durch die Nacktheit der Protagonisten symbolisiert. Die Regisseurin Věra Chytilová versucht mit diesem satirischen „Film im Film“ die Moralebene der menschlichen Existenz darzustellen. Damit kehrt sie zum Schwerpunkt ihres Werks zurück – Moral, Freiheit, die Suche nach dem Sinn der Existenz. Das Prinzip „des Filmes im Film“ ermöglicht, die Themen von mehreren Blickwinkeln zu betrachten.

Unsere Geschichte sucht eine Antwort darauf, ob man glücklich sein kann, wenn man die Möglichkeit hat. Ob man nicht von Kleinlichkeiten überlastet ist und das Leben von der Vogelperspektive anschauen kann. Die Nacktheit ist im Film bildhaft als eine Art Befreiung zu verstehen. Sie lässt man nichts vortäuschen, sie befreit uns von Vorurteilen. Die Geschichte ist aber nicht über die Nacktheit, sondern über menschliche Dummheit und Unbelehrbarkeit“, so die Regisseurin.

Der Mitautor des Drehbuchs und Darsteller der Hauptrolle Bolek Polívka sagt dazu: „Vertreibung aus dem Paradies erzählt auch über Manipulation und schöpferische Leidenschaft. Unser Film – das sind winzige Beobachtungen des menschlichen Verhaltens, die ihr Pathos sowie ihre Größe haben. Der Film erzählt über Gefühle, Leidenschaften und Beziehungen, aber auch über die dunkle primitive Seite unserer Natürlichkeit.“

 

Veranstalter:
Tschechisches Zentrum München, Filmmuseum München, in Zusammenarbeit mit dem Nationalen Filmarchiv Prag

 

Ausschnitt des Films:


Veranstaltungsort:

Filmmuseum München, St.-Jakobs-Platz 1, München

Datum:

10.04.2015 21:00

Veranstalter:

Das Tschechische Zentrum ist Mitveranstalter


Veranstaltungserinnerung
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