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Programm

28.06.2017 19:00

Vladimír Holan - Poesie und Musik

Der Dichter Vladimír Holan (1905-1980) hat bei den Tschechen den Status eines Kultautors. Die Übersetzerin Věra Koubová und der Mitherausgeber und Übersetzer von Holans Gesammelten Werken Urs Heftrich werden Werke aus vier Schaffensphasen Holans lesen, begleitet von Gilead Mishory am Piano.

 

Noch heute findet man Gedichte des Prager Dichters Vladimír Holan (1905-1980) als Graffiti auf den Mauern von Prag. Jaroslav Seifert nannte ihn „den Größten unter uns“, Václav Havel einen „großen poetischen Zauberer“. Hans Magnus Enzensberger, der ihn noch persönlich in Prag kennenlernte, erklärte: „So einen urromantischen Dichtertyp habe ich noch nie gesehen.“

Vladimír Holan, der 1969 für den Literatur-Nobelpreis nominiert wurde, hatte viele Gesichter und durchlief im Laufe seines Lebens sehr unterschiedliche Schaffungsphasen: mal düster und schroff, dann wieder leicht und optimistisch. Diese Vielschichtigkeit Holans spiegelt sich in der Auswahl an unverwechselbaren, lyrischen Texten wider, aus denen Věra Koubová und Urs Heftrich lesen werden. Musikalisch begleitet wird die Lesung von dem renommierten Pianisten Gilead Mishory, der Werke von Holans Lieblingskomponisten Mozart und Janáček spielen wird. Musik diente Holan als Inspirationsquelle für sein lyrisches Schaffen und so verwundert es nicht, dass die F.A.Z. wie folgt über ihn urteilte: „Kein anderer Lyriker [...] hat so musikalische Gedichte geschrieben wie Vladimír Holan.

 

Die Übersetzerin Věra Koubová (*1953) studierte Übersetzung an der Karlsuniversität. Nachdem sie fünf Jahre als Dolmetscherin tätig war, widmete sie sich der Literaturübersetzung von Werken deutschsprachiger Philosophen und Dichter, wie etwa von Friedrich Nietzsche, Franz Kafka, Franz Wurm, Richard Pietraß und Peter Handke. Für ihre literarischen Übersetzungen erhielt sie 2005 den Jungmann-Preis, 2013 den Preis Magnesia litera. 2015 übertrug sie für Vladimír Holans Gesammelte Werke seine späte Sammlung „Dem Asklepios einen Hahn“ ins Deutsche. Für den Rundfunk bereitet sie musikalische Lesungen vor. Zudem ist sie auch als Fotografin tätig.

Der Slavist und Übersetzer Urs Heftrich (*1961) lehrt seit 2001 Slavische Literaturwissenschaft an der Universität Heidelberg. Er übersetzte über 40 tschechische und russische Lyriker ins Deutsche und ist Mitherausgeber der Anthologie „Höhlen tief im Wörterbuch. Tschechische Lyrik der letzten Jahrzehnte“ (2006). Zusammen mit Michael Špirit gibt er die im Universitätsverlag Winter in Heidelberg erscheinenden, auf 14 Bände angelegten Gesammelten Werke von Vladimír Holan heraus. 2012 erschienen in dieser Edition Holans „Mozartiana“ erstmals vollständig in seiner deutschen Übertragung. Von transstar-europa wurde er zum Übersetzer des Monats Oktober 2014 gekürt und für seine Übertragung von Josef Čapeks Gedichten aus dem KZ erhielt er 2016 die Karel Čapek Medaille.

Der Pianist und Komponist Gilead Mishory (*1960 in Jerusalem) lebt seit 1984 in Deutschland und ist seit 2000 Professor für Klavier an der Musikhochschule Freiburg. Mishory nahm als erster das gesamte Klavierwerk und die Kammermusik mit Klavier von Leoš Janáček auf. Die Kritik bezeichnete ihn als „Klangzauberer“ und als „technisch perfekten Poeten des Klaviers“. Über seine Janáček-Interpretation urteilte die Presse wie folgt: „derart echten Esprit spürte man zuletzt vielleicht noch bei Arthur Rubinstein“. Mishory vertonte u.a. Texte von Sutzkever, Lasker-Schüler, Celan, Chagall, Gogol und König David. 2012 erschien bei Neos die CD „Psalm – Fugitive Pieces – Psalm“ mit seinen eigenen Kompositionen. Dasselbe Label brachte 2014 seine Einspielung von Debussys Préludes heraus.

 

Veranstalter: Adalbert-Stifter-Verein in Kooperation mit dem Tschechischen Zentrum München. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Veranstaltungsort:

Kulturforum im Sudetendeutschen Haus, Hochstr. 8, München

Datum:

28.06.2017 19:00

Veranstalter:

Das Tschechische Zentrum ist Mitveranstalter


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