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Susanne Roth-Übersetzerwettbewerb 2020

Ein weiterer Jahrgang des von den Tschechischen Zentren und dem Tschechischen Literaturzentrum ausgeschriebenen internationalen Susanna Roth-Übersetzungswettbewerbs 2020 ist mit den Entscheidungen der Jurys zu Ende gegangen. In der Bundesrepublik Deutschland haben sich dreizehn Bohemist*innen mit ihrer Übertragung eines Auszuges aus Veronika Bendovás Prosatext Vytěžený kraj beteiligt. Unter diesen Einsendungen hat die deutsche Fachjury in diesem Jahr nicht einen Siegertext ermittelt, sondern zwei zweite Plätze vergeben, an Anna Förster und Ria Ter-Akopow. 

In der Jurybegründung heißt es: "... Beide […] Texte wiesen gute und jeweils auf unterschiedlichen Ebenen zu verortende Ansätze literarischen Übersetzens auf. Jenseits von Sprachkenntnis, Übertragungsversuch im kleinteiligen Umfeld (Wort, Satz, Absatz) und Recherchehandwerk war etwas für das Literaturübersetzen grundsätzlich Wichtiges zu erkennen: das Gespür für den Gesamtzusammenhang, den großen Bogen des Textes, seinen „Sound“, ein konzeptueller Ansatz für den Umgang mit Text als Kunst. Dafür ein großes Kompliment, denn der zu bearbeitende Ausgangstext war nicht nur sehr umfangreich, sondern auch auf vielen Ebenen anspruchsvoll: Viel Recherche und nötiges Kontextwissen waren gefragt, diverse übersetzerische Klippen zu meistern. Generell enthielt der Buchauszug ein sehr breites Spektrum gängiger Übersetzungsprobleme für Literaturübersetzer*innen aus dem Tschechischen und war insofern für einen solchen Wettbewerb sehr geeignet, ...
Hier heben sich die beiden Finalistinnen deutlich vom Rest der Einsendungen ab. Während der eine Text mit vielen schönen, sprachlich originellen, übersetzerisch feinfühligen und idiomatischen Lösungen aufwartet und mit seinem Grundton ein geschlossenes Ganzes bildet, besticht der andere durch eine konzeptuelle Knappheit im Ton und den Umgang mit den Dialogen und der Umgangssprache in vielen Schattierungen. ..."

Die Tschechischen Zentren Berlin und München gratulieren den beiden ausgezeichneten Bohemistinnen und bedanken sich bei allen Teilnehmer*innen für ihre Zeit und Mühe, die sie auf die Übersetzung dieses umfangreichen und sprachlich anspruchsvollen Textes verwandt haben.