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Tschechien und Bayern wollen in Kulturfragen enger zusammen arbeiten

30.4.2015 Bayerns Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle und Tschechiens Kulturminister Daniel Herman unterzeichnen am 4. Mai in Prag eine Vereinbarung über eine engere Zusammenarbeit in Kulturfragen. Bei der feierlichen Unterzeichnung wird auch der Direktor des Tschechischen Zentrums Ondřej Černý anwesend sein.

PRAG/MÜNCHEN. Bayerns Minister für Bildung und Kultus, Wissenschaft- und Kunst Dr. Ludwig Spaenle und Tschechiens Kulturminister Daniel Herman werden am Montag, 4. Mai 2015, um 10.30 Uhr in der Bayerischen Vertretung in Prag eine Vereinbarung zwischen Tschechien und dem Freistaat Bayern zu Kulturfragen unterzeichnen (Repräsentanz des Freistaats Bayern in der Tschechischen Republik). Die gemeinsame Erklärung ist Ausdruck einer in den jüngsten Jahren sehr positiven Entwicklung zwischen beiden Nachbarn. Im Vorfeld betonte Minister Spaenle: "Dieses Memorandum of Understanding ist eine gute Grundlage für eine engere Zusammenarbeit von Bayern und Tschechien im kulturellen Bereich. Konkrete Projekte sind auf dem Weg."

Die "Gemeinsame Absichtserklärung" dient als Grundlage für Kooperationen bei der Förderung von Projekten in allen kulturellen Bereichen wie Museen, Gedenkstätten, Galerien, Bibliotheken oder auch Musik, Theater, Oper, Tanz/Ballett, aber auch der Erinnerungs- und Gedenkstättenarbeit. Die Minister Herman und Spaenle wollen Schulen und Kultureinrichtungen zu gemeinsamen Aktivitäten ermutigen, auch zu jenen, die sich mit der gemeinsamen Geschichte beschäftigen. So soll die Zusammenarbeit auch bei Themen, die mit historisch bedingten Belastungen verbunden sind, ermöglicht werden.

Weitere wesentliche Elemente der Vereinbarung sind ein verstärkter Erfahrungsaustausch von Künstlerinnen und Künstlern, die Zusammenarbeit im Denkmalschutz sowie Kooperationen staatlicher tschechischer Museen mit Partnerinstitutionen auf bayerischer Seite. In den kommenden Jahren soll der Kulturaustausch weiter vertieft werden.

Bereits bisher gibt es Kooperationen, etwa zwischen rund 190 Schulen in Bayern und Tschechien sowie zwischen dem Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg und dem Literaturhaus Prag. Zusammenarbeit findet auch beim Web-Portal "Porta fontium" statt, das digitalisierte Archivalien zur bayerisch-böhmischen Geschichte vom Mittelalter bis 1948 zur Verfügung stellt, oder bei den "Grenzgeschichten", einem Projekt, bei dem Schülerinnen und Schüler web-gestützt bayerisch-tschechische Situationen aufarbeiten und darstellen.

Die Vertragspartner planen gemeinsame Ausstellungen. Sehr wichtig ist die für 2016 geplante gemeinsame tschechisch-bayerische Landesausstellung über Karl IV. Auf tschechischer Seite liegt die Federführung für die Vorbereitung bei der Nationalgalerie in Prag, in Bayern beim Haus der Bayerischen Geschichte. Die bayerisch-tschechische Landesausstellung wird von Mai bis September 2016 in der Wallenstein-Reithalle in Prag und von Oktober 2016 bis März 2017 im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg zu sehen sein.

Bayerisches Staatsministerium
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